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Wolken über La Palma

Wolkenspiele über der Isla bonita

Die Sprache der Wolken.

Man sagt, “wenn sie sich verziehen, kann es ein schöner Tag werden”.
Wir mögen Wolken nicht, weil sie manchmal Regen, Blitz und Donner über die Insel bringen. Doch sie sind lebensnotwendig. Nicht weil sie beim Schäfchenzählen zum Einschlafen helfen, wir benötigen sie, weil sie den Wasserhaushalt unserer Insel regulieren. Mehr als 50 Prozent der Erde sind mit Wolken bedeckt und es ist genau dieser Teil der Erde, in dem das Leben blüht.

Das bekannteste Wolkenbild unserer Insel.

Kein Wolkenbild wird auf La Palma häufiger fotografiert als der Wolkenwasserfall “Cascada de nubes”. Entweder oben auf dem Roque de los Muchachos oder aus Richtung El Paso über der Cumbre Nueva.

Wolkenfall

Dieser 10 km lange Gebirgszug trennt La Palma in zwei Klimazonen. Der Wolkenwasserfall entsteht, wenn Passatwolken in 1450 Meter Höhe von Osten über den Bergkamm ziehen und sich auf der Westseite auflösen. Ein Zeichen für normale, meist stabile Wetterlage. Manchmal ziehen diese Pasatwolken auch von West nach Ost, dann ist dieser Wolkenwasserfall auch von der Ostseite sichtbar.

Wasserfall

Der Himmel spricht mit uns

Wettervorhersagen und Wetterkarten sagen uns welche Wetterlage auf uns zu kommt.
Doch unverhofft kommt oft. Manchmal überraschen uns heftige Regenschauer, ab und an auch Blitz und Donner. In aller Regel ist das Wetter vorhersehbar. Wolkenbilder sprechen mit uns, damit der nächste Schauer nicht ganz so unverhofft kommt.

Die Färbung der Wolken.

Wolken sind farblose Gestalten. Sie bestehen aus einer Masse von Wassertröpchen und/oder Eiskristallen. Wir können sie erkennen, weil einfallendes Licht an den Tröpfchen gestreut wird. Wie sie uns erscheinen, hängt vom Licht ab, welches sie beleuchtet. Haben wir zum Beispiel einen hohen Sonnenstand erscheinen Wolken weiß. Er erhalten sie ihr Licht vom blauen Himmel strahlen blaugrau.

Farbenspiele durch Calima

Liegt viel Staub in der Luft, was wir immer dann erleben, wenn ein Calima (Wüstenwind) über La Palma zieht, sehen wir die Wolken bei tief stehender Sonne in einem kräftigen Orange bis Rot. Auch Blickrichtung zur Sonne und Höhenniveau der Wolken kann unsere Wahrnehmung der Farbgestaltung beeinflussen.

Wolkenbilder und ihre Bedeutung.

Ändern sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einer Luftmasse, entstehen Wolken oder lösen sich auf. Kommt dann noch etwas Wind dazu, entstehen seltsame Gebilde. Gesichter, Tiere und Landschaften werden dann für fantasievolle Menschen sichtbar.

In der Meteorologie werden Wolken in 10 Wolkentypen klassifiziert, die sich in unterschiedlichen Höhenbereichen befinden. Je nach Wolkenbild lassen sich Rückschlüsse auf Wetterlage und Wetteränderungen schließen. Schwierig wird es, wenn mehrere Wolkenformen gleichzeitig vorhanden sind und sich gegenseitig überdecken.

Wolkentypen
Hier einige Beispiele.

Cirruswolken

Diese Federwolken bestehen aus dünnen Fasern oder Fäden in 8 bis 12 km Höhe und werden als Schönwetterwolken bezeichnet. Sie sind Anzeichen für eine Warmfront.

Federwolken

Cirrucumulus

Die Schäfchenwolke besteht fast ausschließlich aus Eiskristallen und sind so durchscheinend, dass sie die Stellung der Sonne erkennen lassen. Ein Himmelsbild, dass uns Menschen fasziniert. Es steht für ein Hoch und stabiles Wetter.

Schafwolken

Altocumulus

Haufenwolken in großen Höhen, sie können auch aus Linsen, Ballen oder Walzen bestehen sind meist Schlechtwetterboten mit Wind, Regen und Gewitter.

altocumulus

Lenticularis

Die linsenförmige Wolke, auch Föhnwolke genannt, steht für aufkommenden Mistral. Dieser kräftige Wind aus Nordwest kann Windgeschwindigkeiten von 75 km/h bringen.

Lenticularis

Stratus

Die tiefe Haufenschichtwolke in 500 bis 2000 Meter Höhe zeigt eine stabile Hochdruckwetterlage an. Sie entsteht, häufig bei Hochdruck und geringer Luftbewegung, wenn aufsteigende Luftmassen durch atmosphärische Grenzschichten in der Höhe gestoppt werden.

Stratus

Stratocumulus

Schichtwolken, die in Feldern zusammenwachsen und hauptsächlich aus Wassertröpfchen bestehen, viel Licht absorbieren, sind meist grau und dunkel. Sie zeigen eine Instabilität in der Atmosphäre zwischen eine Kalt und Warmfront in nur 0,6 bis 2 km Höhe. Regen oder Schnee ist dann sehr wahrscheinlich.

Stratocolumulus

Cumulus

Cumuluswolken sind dichte, scharf voneinander abgegrenzte Haufenwolken. Sie entstehen bei lokal begrenztem Aufwind und gelten als Schönwetterwolke. In seltenen Fällen, wenn sie sich in mittelhoher Atmosphäre, am Übergang zu einer Cumulonimbuswolke befinden, kann es zu leichten Schauern kommen.

cumulus

Auch Nebel ist eine Wolke

Physikalisch gesehen gibt es da keinen Unterschied. Nur die Höhe bestimmt, ob wir von Nebel oder von Wolken sprechen, weil es sich bei Hochnebel um Schichtwolken handelt. Entstehen sie bei schwacher Luftbewegung unter Hochdruckeinfluss, ist er ein Zeichen für schönes Wetter.

Nebel

Aber auch wenn Sie sich Wolkenbilder gut einprägen, sie werden gleich wieder unbekannte Wolken am Himmel sehen. Selbst Meteorologen behelfen sich mit Infrarotbildern und Wolkenradar, weil das Wettergeschehen hoch komplex ist. Es können mehrere Wolkenarten zu sehen sein. Dadurch ist die Sprache der Wolken über La Palma nicht immer eindeutig.

Schlimm ist das nicht. Auch das Leben besteht aus vielen Höhen und Tiefen. Lernen sie einfach im Regen zu tanzen, dann bleiben sie nicht im Tief stecken, wenn ihre Vorhersage mal daneben liegt.

Über Graja (1669 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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