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Wie viel Kultur braucht der Mensch.

holzhausWir interpretieren uns selbst.
Keine Frage, Orte wie Tazacorte, Los Llanos, Fuencaliente oder Los Cancajos wären ohne Besucher Geisterstätte, wie man sie aus alten Western kennt. Um Gäste zu halten, besser noch neue hinzuzugewinnen, müssen wir, was die letzten Jahre deutlich machten, etwas ändern und dazulernen. Auf einer kleinen Insel, die sich anstelle von sinnvollen 3 bis 4 Gemeinden gleich 14 unterschiedliche Lobbyistenguilden leistet, keine leichte Aufgabe.
Die Lösung: Zusammenarbeit für das Wohl der Insel.
Der Status quo: Jeder Seins zum Wohl der eigenen Wählerstimmen.

Beherrscht von Größenwahn und Profilierungswut wird La Palma zur Insel der Holzwege. Alle diese Bretterstraßen führen zu monumentalen Gebäuden. Edelstahlglänzende, übergroße Glasbauten im Betonmantel, die weder jemand braucht, noch Gäste auf die Insel bringen. Wir nennen sie hier Interpretationszentren.

Interpretationszentrum Roque de los Muchachos
Wissenschaftler rund um den Globus schätzen La Palma. Beste Bedingungen für Astrophysiker und ein Magnet für ungetrübte Blicke in einen einzigartigen Sternehimmel zeichnen unsere Bergspitze aus. Ein Weitblick, der unserer Inselregierung fehlt. Sie lebt in dem Glauben, dass dieser Anziehungspunkt ein Megagebäude für Touristen braucht.

Ob dadurch mehr Gäste auf den Berg fahren?

Interpretationszentrum Vulkantuben
Ob sie nun „Monumento Natural Tubo Volcánico de Todoque“ oder wie von Anwohnern gefordert, einfach „Cueva de las Palomas“ heißen, sie sind ein Anziehungspunkt für Wanderer. Begehbare Lavahöhlen leben von ihrer natürlichen Umgebung. Eine in das Landschaftsbild integrierte Informationshütte reicht aus. Wir können das aber besser und bauen einen Palast im Lavageröll.

Ob dadurch mehr Gäste die Insel besuchen?

Interprädationszentrum Salinen Los Cancajos
Wo einst kleine Wasserbecken die Salzgewinnung in Los Cancajos möglich
machten, will Breña Baja dem Besucher die Geschichte des Ortes näher bringen. Dass es bereits ein solches Interprädationszentrum bei Fuencaliente (mit produzierenden Salinen) gibt, spielt keine Rolle. 700.000 Euro möchte man dafür von der kanarischen Regierung, 140.000 Euro möchte die Gemeinde lockermachen. Viel Geld für ein Projekt, dass eine billige Kopie bleiben wird.

Ob dadurch mehr Gäste in Los Cancajos buchen?

salz

Wer ein Pferd kauft, muss auch für Hafer sorgen.
Ein gutes (schlechtes) Beispiel ist unser Interprädationszentrum der Marina Reserva am Leuchtturm in Fuencaliente. Aus Kostengründen geschlossen wartet es noch immer auf Wiedereröffnung. Stadtplaner, die auf goldenen Schwingen abheben, sollten sich vor dem Start auch um einen Landeplatz kümmern.

Weshalb selten Gäste nach La Palma reisen?
Nicht vielbescholtene Fluggesellschaften sind schuld. Die möchten Gewinne entfliegen und werden ganz Schnell ein Angebot schaffen, wenn entsprechende Nachfrage vorhanden ist. Im Urlaub sucht man Natur, Sport, Kultur, Entspannung und Erlebnis. Der Reisende schätzt ursprüngliches, kanarisches Leben, nicht hightech Bauten einer futurischen Großstadt. Die Topps und Flops im palmerislchen Tourismushimmel lesen sie morgen.

Über Graja (1702 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/