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Wetterkarten und Satellitenbilder

Ratlos vor der Wetterkarte, Satellitenbilder sind spanische Dörfer?
So lesen sie Wetterinformationen richtig.

Wenn Moderatoren wie Wetterfee Carola Jung oder Maxi Biwer das Fernsehwetter präsentieren, scheinbar hilflos neben der Karte stehen und mit wischenden Handbewegungen versuchen, vom Sender selbst erfundene, Wetterzeichen und Windsymbole zu erklären, frage ich mich in regelmäßigen Abständen, weshalb keine offiziellen Symbole der Wetterkarten verwendet werden. Selbst bei öffentlich rechtlichen Sendern, die sich einen Bildungsauftrag auf die Fahne schreiben, werden Windpfeile durch seltsame Gebilde ersetzt. Etwas weiter ist man im spanischen Fernsehen. Hier bekommt man des Öfteren echte Wetterkarten zu sehen.

span

Wetterbestimmung ist auch auf La Palma keine einfache Sache und Wetterdienste sind sich über Windgeschwindigkeiten und Regenmenge auf der Atlantikinsel nicht immer einig. Dennoch erreichen sie bei einer 24-Stunden-Vorhersage noch eine Treffergenauigkeit von ca. 90%. Bei der üblichen 3 Tage Vorschau sind immerhin noch 75% richtig. Grundlage dieser Wettervorhersagen sind Satellitenbilder in Verbindung mit Temperatur und Luftdruck. Sie werden analysiert und die Ergebnisse in Wetterkarten übernommen.

Auch Laien können Satellitenbilder und Wetterkarten lesen.
Hier finden sie die wichtigsten Informationen zum leichten Verständnis vereinfacht dargestellt.

Satellitenbilder als Grundlage.
Wettersatelliten, meist geostationär, fliegen in großer Höhe über dem Äquator und drehen sich mit derselben Geschwindigkeit wie die Erde. Dadurch stehen sie an einem festen Punkt und sind in der Lage, alle 5 bis 30 Minuten, den gleichen Bildausschnitt zur Erde zu senden. Mit diesen Bildern kann dann ein Loop (Zeitraffer als Satelitenfilm) entstehen. Unterschieden werden dabei visuelle und infrarote Bilder.

satelitenbild

Visuelle Bilder zeigen Sonnenlicht, das von Wolken und Erdoberfläche reflektiert wird.
Wolken erscheinen dabei weiß, wolkenlose Gebiete schwarz. Je dicker die Wolkenfront, desto heller sind sie dargestellt. Aus Wolkenverlagerungen bei aufeinanderfolgenden Bildern kann man ihre Route, Windrichtung bestimmen.

Temperatur und Wolkenhöhe sind auf diesen Bildern nicht zu erkennen, dazu benötigt man infrarote Bilder.

Infrarote Bilder zeigen, wie der Name schon sagt, infrarote Strahlung von Wolken und Erdoberfläche. Je wärmer die Strahlung ist, je dunkler erscheint er auf dem Bild. Hohe Wolkenschichten werden also heller dargestellt, weil sie kälter sind. Dadurch kann nicht nur auf Temperatur, sondern auch auf die Höhe der Wolkenschicht geschlossen werden.

Eine große Auswahl an visuellen un infraroten Satellitenbilder finden sie bei apalmet.es

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Was sie der Wetterkarte entnehmen können.
Um eine Wetterkarte zu lesen, benötigen sie einige Grundkenntnisse über verwendete Symbole. Hier ist eine kurze Legende.

legende

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Kalte und warme Wetterfronten.
Auch ob uns eine Kalt- oder Warmfront erwartet können wir den Symbolen entnehmen. Auf einer Strömungslinie zeigen uns rote Halbkreise eine Warmfront, blaue Dreiecke deine Kaltfront an. Treffen beide Fronten aufeinander (Okklusion), wird dies violett dargestellt. Das Wetter bleibt dann meist unbeständig, oft regnerisch.

Wetterfronten

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Windrichtung und Stärke sind an Windpfeilen erkennbar.
Dieser Windpfeil wird in der der Meteorologie zur Darstellung von Windstärke und Windrichtung verwendet. Er ist so gezeichnet, dass die Pfeilspitze in Richtung des Windes zeigt.

Die Windstärke erkennt man an den Fähnchen und Federn am Ende des Pfeils.
Eine Feder (Strich) steht für 10 Knoten, eine halbe Feder für 5 Knoten und ein Fähnchen (Dreieck) für 50 Knoten Windgeschwindigkeit. Sind mehrere vorhanden, werden sie einfach addiert. 1 Knoten (1 Seemeile pro Stunde) = 1,852 km/h

Windpfeil

windkugelManchmal trägt der Windpfeil eine Kugel.

Befindet sich an der Spitze des Pfeils eine Kugel, zeigt der Windpfeil zusätzlich die Wolkendecke von Weiß für wolkenlos, bis Schwarz für komplett Bedeckt an.

wetterkugel

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Windstärken und ihre Folgen

1-7

 

Ab Windstärke 8 spricht man von Sturm

sturm

 

Wetteralarm in drei Stufen.
Möchten uns die Wetterfrösche vor Extremlagen warnen, werden je nach Gefährdungsgrad Wetteralarme ausgerufen. Diese gliedern sich mit Gelb, Orange und Rot in 3 Stufen. Für welche Gefahr der jeweilige Alarm besteht, können sie den Symbolen entnehmen.

Alarm

Alarmstufe Gelb – das Wetter ist potenziell gefährlich.
Die Wetterphänomene sind nicht ungewöhnlich, erfordern aber erhöhte Aufmerksamkeit. Vermeiden sie Risiken und behalten sie die Wetterentwicklung im Auge.

Alarmstufe Orange – das Wetter ist gefährlich.
Ungewöhnliche Phänomene sind vorhergesagt. Schäden und Unfälle sind wahrscheinlich. Seien vorsichtig und folgen Sie jeglichen Anweisungen der Behörden.

Alarmstufe Rot – das Wetter ist sehr gefährlich.
Ungewöhnlich intensive Phänomene wurden vorhergesagt. Extreme Schäden und Unfälle bedrohen Leben, Hab und Gut. Informieren Sie sich laufend und ausführlich über meteorologische Verhältnisse und Gefahren. Folgen Sie den Anweisungen Ihrer Behörden und bereiten Sie sich auf außergewöhnliche Maßnahmen vor.

Aktuelle Wetteralarme finden sie täglich bei meteoalarm

 

Über Graja (1731 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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