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Völkerwanderung, R.I.P.

Rest in peace oder wie wir hier für “Descanse en paz” sagen D.E.P.
In Frieden ruhen, dass wünschen wir alle unseren Verstorbenen. Weshalb? Weil wir sie als Menschen schätzten und uns wünschen, dass sie auch nach ihrem Tod Frieden finden. Zwei Dinge drückt dies aus. Menschenliebe und den Wunsch nach Frieden.

Diesen Wunsch haben weltweit viele Menschen, können jedoch aufgrund von Kriegen nicht in Frieden leben. Sie sind es, die auf Heimat, Lebensstandard, oft auch auf Familie verzichten und ihr Land, auf der Suche nach Frieden verlassen. Auch viele Europäer, egal ob deutsche, Spanier, Franzosen etc. kennen das aus eigener Erfahrung. Auch sie waren einmal Kriegsflüchtlinge und sollten Wissen, in Frieden und Freiheit zu leben ist das höchste Gut der Menschheit. Nun sind es andere Nationen, die in Europa Schutz suchen. Flucht nach Europa ist für sie oft die einzige Möglichkeit zu überleben, Verfolgung und Folter zu entgehen. Es ist unsere menschliche Pflicht, diesen Menschen zu helfen.

Flucht auf die Kanaren

Lange Zeit waren die Kanaren ein Hauptziel von afrikanischen Emigranten. Tausende sogenannter “Wirtschaftsflüchtlinge” kamen mit ihren Pateras über den Atlantik, weil sie sich mehr Wohlstand erhofften. Fuerteventura und Gran Canaria waren beliebte Landestellen. Selbst auf der weiter entfernten Insel La Palma gingen bereits Afrikaner an Land. Lange gefackelt hat die spanische Regierung nicht. Ankömmlinge wurden ärztlich versorgt, verpflegt und in ihre Heimat zurück geflogen. Mit der Wirtschaftskrise hat sich das von selbst erledigt. Heute sind es nur noch wenige, die den Weg aus wirtschaftlichen Gründen auf die Kanaren suchen.

Europa muss Kriegsflüchtlinge verteilen

Eine große Aufgabe wartet auf die Union. Täglich kommen Menschen aus Krisengebieten an und bitten um Asyl. Nach der Eurokrise eine weitere Zerreißprobe für Europa. Einige befürchten sogar, dass die EU an dieser Aufgabe zerbrechen könnte. Angst vor Fremden und Futterneid (dieser gehört eigentlich ins Tierreich) sind Antrieb für Rassismus. Unbegründete Angst. Wo man Millionen für Flughäfen, Milliarden zur Eurorettung ausgeben kann, sollte die Versorgung einiger Tausend Flüchtlinge kein Problem darstellen.

Auch Spanien nimmt Menschen auf der Flucht auf und verteilt sie über ihre Kommunen. Dazu gehören auch die Kanaren. Eine endgültige Zahl steht noch nicht fest, es soll jedoch klar sein, dass auch auf La Palma Menschen untergebracht werden müssen und hoffentlich hier ihren Frieden finden.

La Palma hat Kapazitäten

Auf der Suche nach geeigneten Einrichtungen wie alte Häuser und leer stehenden Wohnungen kam vor einigen Tagen unsere alte Kaserne „El Fuerte“ in Brena Baja ins Gespräch. Die Flaggen der Garnison wurden bereits am 21.6.2014 eingerollt, die Ausbildungstruppen im Oktober 2014 auf dem Seeweg verlegt. Seit dieser Zeit ranken sich, von NATO-Stützpunkt über Polizeikaserne bis zum Militärmuseum, allerlei Gerüchte über die weitere Verwendung des Gemäuer mit seinen verbliebenen Wachsoldaten zur Instandhaltung.

elfuerte

El Fuerte bietet mit sanitären Anlagen für mehrere Hundert Menschen ideale Unterbringungsmöglichkeiten, so jedenfalls die weitläufige Meinung. Noch ist das nicht entschieden, schon werden erste Stimmen gegen diesen Plan laut. Flüchtlingsunterkünfte in einem Touristengebiet, ein Gedanke, der nicht jedem schmeckt.

Mag sein, dass es nicht die beste Idee ist. Touristisch erschlossen ist jedoch die ganze Insel. Entbindet uns dies von der menschlichen Verpflichtung zu helfen? Fraglich ist höchstens, ob es für eine zukünftige Integration nicht sinnvoller wäre, diese Menschen in leer stehenden Wohnungen unterzubringen, anstatt ein Getto zu schaffen.

Die Völkerwanderung ist im Gange. In kurzer Zeit muss das Cabildo La Palma, zusammen mit der Kanarischen Inselregierung eine Entscheidung treffen. Wie immer sie auch ausfällt, es ist eine große Aufgabe.

Damit kamen die letzten Emigranten 2013 auf La Palma an. 12 Personen landeten damals nach einem gefährlichen Seeweg über den Atlantik an der Küste von Garafia

Damit kamen die letzten Emigranten 2013 auf La Palma an.
12 Personen landeten damals nach einem gefährlichen Seeweg über den Atlantik an der Küste von Garafia

Über Graja (1703 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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