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Veterinäre kontra Veterinäre

Futterneid oder Gefahr für die Allgemeinheit.
Sehen unsere Tierärzte auf La Palma einen Verstoß gegen die Pflege von Tieren, oder lediglich die Gefahr finanzieller Einbußen? Wenn Schweizer in ihrem Revier wildern, kann man durchaus geteilter Meinung sein.

Ursache des Streits war eine Gruppe von Tierärzten und Tierarzthelferinnen aus der Schweiz, die nach La Palma reisten, um Hunde und Katzen von Familien zu sterilisieren, die sich einen solchen Eingriff aus finanziellen Gründen nicht leisten können. Etwa 120 Tiere sollen sie in 4 Tagen behandelt haben. Kosten für Reise, Unterkunft und Medikamente trugen sie selbst. Im November 2015 soll die Aktion wiederholt werden.

Dagegen möchte nun das „Colegio de Veterinarios“ vorgehen.
Das Kollegium der Tierärzte hat eine Untersuchung beantragt um die Verantwortlichen zu identifizieren und geeignete Maßnahmen gegen die Schweizer einzuleiten. Nach ihrer Meinung hatte das Schweizer Ärzteteam in Spanien keine Zulassung und es wurde bei der Aktion in El Remo gegen Gesetze und die Sicherheit der Tiere verstoßen. So sollen Operationen im Freien unter Dritte-Welt-Bedingungen, ohne aseptische Maßnahmen oder fließendes Wasser durchgeführt worden sein. Ein Mangel an Hygienemaßnahmen, der Gesundheitsrisiken für Tiere und Allgemeinheit darstellt.

Man solle beachten, so die Veterinäre weiter, dass La Palma eine professionelle Gruppe von mehr als 30 hoch qualifizierten Tierärzten und 11 spezialisierten klinischen Pflegeeinrichtungen hat und es so keine Notwendigkeit für illegale Aktionen gibt.

tierarzt

Betroffene Tierhalter sehen das Ganze aus anderer Sicht.
Sie berichten von hervorragender Arbeit und hoher, fachlicher Kompetenz der Schweizer Ärzte. Um einen Grundveterinärtierschutz für Tiere sicherzustellen, war die Aktion unumgänglich denn die schlechte Wirtschaftslage des Landes lässt viele Haustierbesitzer von einer, rund 300,- Euro teuren, Sterilisation absehen. Infolgedessen erhöht sich jährlich die Zahl ausgesetzter und verwilderter Hunde und Katzen.

Futterneid oder Gefahr?
Eine beeindruckende Zahl der behandelten Tiere lässt erkennen, dass viele Menschen die Akteure unterstützen. Ob es den Veterinären unserer Insel tatsächlich um das Wohl der Tiere, oder doch mehr um die entgangenen ca. 40.000 Euro Sterilisierungskosten geht, darüber kann sich jeder selbst ein Urteil basteln.

 

Über Graja (1684 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

8 Kommentare zu Veterinäre kontra Veterinäre

  1. 120 Tiere kastriert. Ja Bravo ! Diese Tiere setzen keine Jungen mehr in die Welt, welche dann lebendig in Müllcontainer entsorgt werden. Oder um die sich überlastete Tierschützer kümmern müssen.

    Und Schweizer Tierärzte unter 3.Weltbedingungen. Das glauben ja wohl selbst die Hühner nicht.

    Wenn es den La Palma Tierärzten um das Wohl der Tiere geht – und das sollte man bei Menschen, die diesen Berug ergreifen wohl voraussetzen – warum machen die dann solche Aktionen nicht ?

    Geld geht den Veterinarios sicher nicht durch die Lappen, denn die betroffenen Tiere wären sonst überhaupt nicht kastriert worden, hätten ihre consulta nie von innen gesehen.

    Endlich mal Leute – die Schweizer -. die etwas TUN statt zu labern.

    Die sollte man sich zum Vorbild nehmen statt anzufeinden.

    Mit dieser Einstellung bekommt Spanien in 100 Jahren den Hintern nicht hoch.

    • Liebe Petra,
      ich kann Dir noch voll und ganz zustimmen. Genauso sehe ich das auch!!
      SOS Tazacorte Gatos…….es ist toll das es Euch gibt.

  2. Ralf Huchtmeier // 06/12/2014 um 21:10 // Antworten

    Seit Jahren blockiert das Kollegium kostenlose Kastrationsaktionen, u.A. auch mehrfach Aktionen des Europäischen Tierschutzbundes. Das Problem ungewollter Vermehrung und ausgesetzter Hunde (oder auch Katzen) hätte schon längst auf ein Minimum reduziert werden können.
    Es ist Augenwischerei, dass es den Tierärzten um Hygienestandards und Gefahr für die Tiere geht. Denn auch offizielle Anfragen, dass in tierärztlichen Praxen operiert werden darf, wurden immer abgelehnt. Das Kollegium könnte ja mit Hilfe des Cabildos etwas Entgegenkommen zeigen und zumindest bei K-Aktionen einen etwas günstigeren Preis anbieten, doch weit gefehlt. Sie lassen sich den Differenzbetrag noch vom Cabildo ausgleichen. Also um was geht es den TA wohl wirklich? Mir wird bei soviel Heuchelei etwas übel.
    Ich wünsche den Tierschützern auf La Palma viel Kraft, Glück und Durchhaltevermögen.

  3. Der Tierschutzhof Oberpfalz e.V. unterstützt sein Projekt SOS Tazacorte Gatos bei seinen Aktionen!
    Hut ab! Weiter so…………..
    Über die beiden Facebookseiten könnt ihr Euch weiter Infos holen wie ihr dieses Projekt weiter unterstützen könnt.
    Wir waren vor Ort und kennen die Tierschützer von SOS Tazacorte Gatos persönlich. Es ist sicher das die Tiere bei diesen Aktionen unter den besten Hygienestandards behandelt werden!
    Was macht die Colegio de Veterinarios gegen das Tierelend auf La Palma außer Menschen die auf eigene Kosten was dagegen unternehmen ans Bein zu pinkeln?
    https://www.facebook.com/pages/Tierschutzhof-Oberpfalz-eV/134410533253066?fref=ts
    https://www.facebook.com/pages/SOS-Tazacorte-Gatos/1558803321001352?fref=ts

  4. Das war eine super effektive Aktion. Viele der Besitzer wären erst gar nicht zum Tierarzt gegangen für eine Kastration, weil sie das Geld dafür gar nicht haben. Also sind die „Verluste“ für die hiesigen Vets nicht so groß. Und überhaupt was soll das. Wenn es wirklich um die Tiere ginge wären sie froh um jedes das kastriert wurde.

  5. Karin Klocke // 07/12/2014 um 08:59 // Antworten

    Tja, wohl eindeutig Futterneid…

  6. Ist es nicht so, dass sich jeder Handwerksmeister über Schwarzarbeit ärgert?
    Ärzte Investieren in Studium, Zulassung, Praxis und bezahlen Mitarbeiter. Selbstverständlich geht es um Geld, das ist auch legitim. Verständlicherweise regt man sich in allen Branchen auf, wenn illegale Arbeiter Preise kaputtmachen und damit Arbeitsplätze gefährden. Mediziner, egal ob sie sich um Tiere oder Menschen kümmern, benötigen in jedem Land eine Zulassung. Verärgerung bei Veterinären kann ich durchaus verstehen.

    Auch wenn es sich um eine gute Sache handelt, alle Tierärzte sollten sich im Tierschutz engagieren, rechtens war die Aktion sicherlich nicht.

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