News Ticker

Unter den Teppich gekehrt

AbfallAussen „hui“, innen „pf…“
Eigentlich ist uns das Wohlbefinden unserer Leser wichtig. Deshalb möchten wir, um glückliche Textkonsumenten nicht zu vergraulen, nur noch positive Meldungen verfassen. Leider ist das nicht immer einfach, denn es scheinen in der Gesellschaft immer mehr Menschen an Demenz zu leiden.

Nur so ist es zu erklären, dass unsere Stadtreinigung vergessen hat, wo gerade gewischt wurde.

Es geht um Alibiputzen in Los Cancajos.
„The same procedure as last year, Miss Sophie“ könnte man sagen. Allmorgendlich fährt die „Breña Baja“ eigene Kehrmaschine durch Los Cancajos. Flotten von Straßenkehrern und in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eingebundene Müllsammler bewegen sich verdächtig langsam entlang der Durchfahrtstraße von „Hacienda San Jorge“, um den Kreisverkehr am Strand in Richtung „Las Olas“ am Ortsausgang. Man pickt dabei recht selektiv einige Gegenstände aus dem Gebüsch, ander lässt man liegen. Ich verstehe dass, vieles ist halt einfach ekelig. Von zurückgelassenen Stoffwechselproduckten (nicht nur von Hunden) bis zu angegammelten Dingen, die nicht immer zuzuorden sind, bleibt einfach vieles liegen, auch an den Hauptverkehrsstraßen.

dosen

Man möchte nicht so genau wissen, was das alles ist.

Wer sich allerdings von diesen touristischen Knotenpunkten weg bewegt, sollte Schrotthändler sein, dann schlägt das freudige Herz schneller. Mit alten Autoreifen, teils mit Felge, Windeln, Flaschen, Weichblechdosen und vielem mehr, sind die Seitenstraßen von Los Cancajos eine echte Fundgrube, denn dort wird nicht, oder nur sporadisch gereinigt. Es kommt da ja auch selten jemand hin, man muss sich also nicht anstrengen, um das Gesicht zu wahren.

Windeln am Straßenrand - Welche Oma hat da blos die Mamma erzogen?

Windeln am Straßenrand – Welche Oma hat da blos die Mamma erzogen?

Nun ist mir natürlich nicht bekannt, ob Reinigungskräfte an Demenz leiden, mit Absicht unseren Müll unter den Teppich kehren, oder wir Anwohner einfach Dreckspatzen sind, die gedankenlos Unrat entsorgen. Es wird wohl eine Kombination aus allen Faktoren sein. Darüber sollte sich das Rathaus Gedanken machen. Wir haben mit Fragen wie: „Bekomme ich Rente erst mit 80? Mag mich mein Chef oder wo steht das nächste Radargerät der Guardia Civil?“ genug um die Ohren.

Wie dem auch sei, wer sich als Urlaubsdestination verkaufen möchte, sollte auch einen gewissen Grad an Reinlichkeit im Notizblock haben. Ein Rückgang an Besucherzahlen hängt nicht nur an vielbescholtenen Flugverbindungen.

.

spielplatzWenn wir gerade meim meckern sind, machen wir uns noch ein paar Gedanken über den örtlichen Spielplatz. Dieser wurde einmal für viele Dineros, mit samt einem, nie eröffneten Kletterturm für möchtegern Bergsteiger erbaut, ist aber geschlossen. Nur vorübergehend, für Renovierungsarbeiten steht da für alle lesbar angeschlagen. Seit Monaten ist das so. Gearbeitet wird ebenso wenig wie die wahren Gründe bekannt gegeben. Es bleiben nur Vermutungen. Geldmangel, Desinteresse oder einfach hinten anstehen, weil prestigeträchtige Objekte wichtiger sind.

Los Cancajos, ausen hui, innen alles unter dem Teppich.
Es wird auch wieder positive Meldungen geben – hoffe ich.

 

Über Graja (1753 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/