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(un) heimliche Mitbewohner

Die kleinen Drachen der Kanaren.

Sie sehen aus als wĂ€ren sie einer fremden Welt entsprungen, die kleinen Drachen auf La Palma. – Oder sind es kleine Krokodile? LĂ€sst man seiner Phantasie freien Lauf, ist einiges zu entdecken. Wir sprechen von einem der Ă€ltesten Palmeros, dem Gecko.

Wo Geckos leben, leben gute Menschen

Ein altes Sprichwort dessen Wahrheitsgehalt wir nicht beurteilen können. Fakt ist, der Gecko ist in fast allen HĂ€usern auf La Palma zu finden und gehört quasi zum (Reinigungs-) Personal. Wer auf der Isla bonita urlaubt, wird mit dem unheimlichen Mitbewohner leben mĂŒssen. Aber keine Angst, er ernĂ€hrt sich nicht von Touristen und der gemeine MitteleuropĂ€er steht nicht auf seinem Speiseplan.

Der Gecko ist ein recht gieriger Fresser, da ist schnell einmal eine kleinere Echse verschlungen, auch wenn es sich um den eigenen Nachwuchs handelt. Mit Vorliebe ernĂ€hrt er sich von Insekten, große Grillen und Heuschrecken, Fliegen und MĂŒcken. Auch die Eine oder Andere Kakerlake muss daran glauben. Besonders anziehend, wenn auch nicht gesund, sind KĂŒchenabfĂ€lle, Äpfel, Eier und Bananen.

 

Zwei Reptilienarten sind auf La Palma sehr bekannt.

Der Kanaren-Gecko (Tarentola delalandii) und der Gecko (Gallotia galloti). Die Blau kehlige Eidechse „Gallotia galloti“ auch Gallotia galloti palmae genannt, gilt mit einer LĂ€nge von 30 cm schon als Wahrzeichen und schmĂŒckt sich mit einer auffallenden, violett-blĂ€ulichen Zeichnung zu beiden Seiten des Halses. Diese leuchtend blaue Backen tragen allerdings nur die MĂ€nnchen. Weibchen erkennen sie an einer hellbraunen FĂ€rbung mit leicht hellen Streifen.

Wissenschaftlich hört sich die Systematik so an:
Reihe: Landwirbeltiere – Tetrapoda
Klasse: Reptilien
Ordnung: Schuppenkriechtiere – Squamata
Unterordnung: Gekkota
Familie: Geckos

 

 

Ihr natĂŒrlicher Lebensraum sind Fels und Mauerspalten, sie werden deshalb auch Mauergeckos (Tarentola mauritanica) genannt. FĂŒhlen sich diese Geckos aus der Distanz beobachtet, bleiben sie regungslos und vertrauen auf ihre Tarnung. Unterschreitet man jedoch einen gewissen Abstand, so ziehen sie sich blitzschnell in ihr Versteck zurĂŒck.

LieblingsplĂ€tze der Geckos auf La Palma sind jedoch HauswĂ€nde unterhalb von Lampen wo die MĂŒcken und anderes Getier schwirren. Es gibt da leichte Beute. Die nachtaktiven Tiere haben eine unauffĂ€llige FĂ€rbung sowie eine Spaltpupille, welche sich der NachtaktivitĂ€t anpasst. Erst vor kurzer Zeit konnte man nachweisen, das sie damit auch in Dunkelheit Farben erkennen können.

 

Besonderheiten der Minidrachen

Geckos sind recht scheu und bewegen sich daher blitzschnell, wenn sie sich in Gefahr fĂŒhlen. Bei Angriffen sind sie in der Lage, den Schwanz abzuwerfen, ein Verhalten das man als Autotomie bezeichnet. Dieser wĂ€chst in geringer Zeit wieder nach. Ein großer Vorteil bei Fressfeinden, jedoch eine enorme Gefahr fĂŒr den Gecko. Als Futtersilo ist der Schwanz des Geckos die wichtigste Fettreserve. Fehlt der NĂ€hrstoffspeicher muss er Hunger leiden.

 

Nein sie fallen nicht!

Auf Beute lauernd kleben sie an der Decke, hĂ€ngen kopfĂŒber vor einer Laterne oder kleben außen an der Fensterscheibe wenn von innen Licht nach außen dringt. Mit seinen LammellenfĂŒĂŸen gelingt den Geckos der aufrechte Gang in allen drei Dimensionen. Kein Problem also, wenn sie kopfĂŒber unter dem Dach laufen. Schwerkraft scheint nicht zu existieren.

Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler aus aller Welt zu klĂ€ren, weshalb ein Gecko selbst auf poliertem Glas mĂŒhelos haftet: Weder SaugnĂ€pfe noch eine Art Klebstoff sind zu entdecken. Eine Perfektion des Gecko-Fußes die selbst heutige Ingenieurkunst nicht erreichen kann.

Der Mauergecko hat Haftlamellen an den FĂŒĂŸen.

An der 3. und 4. Zehe auch kleine Krallen.

Weibchen sind sogar in der Lage, diese Krallen zurĂŒckzuziehen.

 

 

Die Ureinwohner von La Palma

Geckos sind Landwirbeltiere, die seit mehr als 50 Millionen Jahre auf der Erde leben. Sie werden zwischen 4 cm und knapp 40 cm groß und stammen vermutlich aus Neuseeland. Ihrer enormen AnpassungsfĂ€higkeit haben sie es zu verdanken das sie in WĂŒsten, Tropen und gemĂ€ĂŸigten Zonen eine Heimat fanden.

Im Laufe der Evolution haben sie es zu einer unĂŒberschaubaren Artenvielfalt gebracht. Durch die Isolation der Meere konnten Amphibien und Schlangen die Kanaren nicht erreichen. Ohne diese natĂŒrlichen Feinde hatten die Echsen beste Überlebensbedingungen.

 

Es wird angenommen, das die Echsenarten durch Ostwinde auf BaumstÀmmen aus einem einst feuchterem Afrika oder mit dem Kanarenstrom aus nördlicher Richtung auf die Inseln gedriftet worden sind. Die angekommenen Echsen konnten im Laufe der Jahre endemische Arten bilden. Diese Eidechsen (Lacertidae) kommen in 2 Gattungen vor, 5 Arten der Gattung Gallotia (Kanareneidechsen) und 1 Art der Gattung Teira (Maghreb-Eidechsen)

 

 

Der Gecko breitet sich aus.

Fortpflanzungstrieb von Geckos wird durch jahreszeitliche Schwankungen bestimmt. Fortpflanzungszeit ist von Mai bis September. Im Juni / Juli legen Weibchen in Fels und Mauerspalten ein Gelege von 1 bis 2 Eiern. Bis zum Schlupf vergehen fĂŒnf Wochen bis drei Monate, je nach Temperatur. Die kleinen Geckos haben eine LĂ€nge von etwa 5cm.

Hotel, Apartment, Landhaus oder Stadt.
Egal wo sie sich auf La Palma befinden, wer mit offenen Augen durch La Palma schreitet wird Geckos finden. 50 Millionen Jahre alt und faszinierende Tiere, die uns vor Ungeziefer und Insekten plagen schĂŒtzen.

 

 

Alle Geckos haben sehr empfindliche Haut mit meistens sehr kleinen Schuppen. Eines haben alle Gemeinsam. Sie werden, wenn es um Futtern geht, ihre Scheu schnell ablegen und zutraulich. FĂ€ngt man Fliegen, fressen sie auch aus der Hand.

Kometenhafter Aufstieg eines Trinkers

Über Graja (1754 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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