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Trauerfälle

Trauer um Kiosk auf La Palma

Wieder trifft eine Behördenfaust die Tourismusnase unserer Insel.
Ein Stück Identität soll La Palma genommen werden, weil die Küstenschutzbehörde mit dem Abriss beliebter Kioske in El Remo droht. Dass die Behörde so etwas durchsetzen kann, auch rigoros tut, hat sie bereits vor Jahren mit dem Niederriss des Kiosko am Leuchtturm in Fuencaliente bewiesen.

Noch heute trauern Stammgäste, die seit bald 20 Jahren unsere Insel besuchen, um die besten Fischkroketten in echtem, palmerischen Ambiente. La Palma hat etwas verloren. Darüber kann auch das neue, wirklich gute Lokal in den Salzgärten nicht hinweg helfen. Bald könnte es also weitere Trauerfälle geben denn nun stehen die drei Kioske in El Remo unter Beschuss.

Schon Mitte letzten Monats machten die Kioske schlechte Schlagzeilen. Bei einer Kontrolle konnten die Betreiber, neben anderen Mängeln, die Herkunft der angebotenen Fische nicht nachweisen. Dies führte zur Schließung der Lokale. Nun geht die Vermutung um, dass diese Vorfälle in Zusammenhang mit jüngsten Aktionen der Küstenschutzbehörde stehen.

Sie bekämpfen das Böse

Die Küstenschutzbehörde des Landwirtschaftsministeriums hat ihren Ursprung in einem Gesetz aus 1988. Dieses besagt, dass jegliche private Nutzung oder Bebauung der Küsten verboten ist. Wer sich nicht daran hält, wird mit Abriss bestraft. Ein gutes Gesetz. Dennoch ist die Costa (Küstenschutzbehörde) in der Bevölkerung nicht besonders beliebt.

Wenn der Teufel die Bösen bestraft, gehört er dann nicht zu den Guten?
Im Prinzip ja, könnte man sagen. Leider ist das Verhalten der Costa oft recht undurchsichtig. Zum einen wurde nur selten berücksichtigt, dass viele Siedlungen älter sind, als die Verordnung aus 1988, zum Anderen mussten einige ihre Siedlungen aufgeben, andere konnten vor Gericht erreichen, dass sie nachträglich legalisiert wurden oder ein Nutzungsrecht auf viele Jahre erhielten. Geld spielt also eine Rolle, Macht und Beziehungen.

Würde man das Küstenschutzgetz richtig anwenden, darunter verstehe ich einen Bestandsschutz für alles was vor 1988 stand und rigoroses Abreisen von allem was danach illegal erbaut wurde, könnte der Bürger Handlungen der Costa nachvollziehen. Allerdings nur dann, wenn Gleichbehandlung besteht. Ausnahmen für Gemeinden oder größere Hotelketten darf es dann nicht geben.

Der Status quo vernichtet Ambiente

Kioske in El Remo geschlossenEl Remo ist nicht zum ersten Mal im Fadenkreuz der Costa. Häuser konnte man mit einem Sondernutzungsplan retten, weil das Gebiet einfach als besonderes Baugebiet auswies. So viel zur Gleichbehandlung. Der seit Jahren anhaltende Kampf um Erhalt dieser kleinen Siedlungen, nicht nur auf La Palma, ist noch lange nicht am Ende.

Eine malerische Bucht wie El Remo ist mit seinen Kiosken ein Anziehungspunkt für Touristen. Auch Einheimische lieben diesen Platz. Hier lässt es sich bei gutem Essen mit einem Glas Wein entspannen. Man genießt den Sonnenuntergang, lässt die Seele baumeln. Natürlich gewachsene Plätze wie diese machen die Isla bonita aus. Sie ziehen Besucher an, nicht Shoppingcenter oder für Touristen künstlich errichtete Urbanisationen. Ursprüngliches La Palma erleben, dass ist die Attraktion der Insel.

Sollte man die Kioske in El Remo einreißen, wird ein großes Stück Ambiente vernichtet. Ein weiterer Trauerfall für Besucher unserer Insel. Danke Costa.

Fangfrischer Fisch

Viellicht geht Hygiene anders. Doch Fisch in Strandbuden ist fangfrisch und lecker.

Über Graja (1680 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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