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Spinnentiere auf La Palma

Sie haben nie Flügel, aber immer acht Beine. Spinnen auf La Palma.

Fliegen, Ameisen oder Bienen, rund 5000 Insektenarten soll es auf La Palma geben. Darunter auch Spinnen. Furchteinflösende Gesellen, die Netze spannen und auf Beute warten.

Schon der Gedanke an langbeinige Krabbler löst bei vielen Menschen eine Phobie aus. Für andere sind sie perfekte Geschöpfe der Evolution die mit ihrer 350 Millionen Jahre alten Geschichte zu den ältesten Tieren der Erde zählen.

Ihr Name soll aus der griechischen Mythologie stammen. 
Die Jungfrau Arachne soll, so die Überlieferung, die Göttin Athene zu einem Wettkampf im Weben herausgefordert und sich dabei in eine Spinne verwandelt haben.

Ich persönlich mag Arachnida nicht, bewundere aber ihre Baukunst. 
Gebilde aus feinsten Seidenfäden, die Wind und Wetter trotzen.
Spinnenseide ist viermal so belastbar wie Stahl, kann weit gedehnt werden ohne zu reissen. So haben auch Beutetiere, die mit großer Aufprallwucht ins Spinnennetz schlagen, keine Chance es zu zerreisen. Hilflos hängen sie zappelnd in den Fäden und anhand der Schwingungen des Netzes, kann die Spinne auf Größe und Ort des Beutetieres schließen. Wehrlos ist das so gefangene Insekt dann den Giftklauen der Spinne ausgesetzt. Ein Szenario, das bei Hobbyfotografen als beliebtes Motiv gilt.

Giftige Spinnen auf den Kanaren

Ja, es gibt giftige Spinnen auf den kanarischen Inseln.
Im Grundsatz ist jede Spinne eine Giftspinne, denn sie benötigt Gift, um Beutetiere zu lähmen oder zu töten. Eine Gefahr für Menschen kann man daraus aber nicht zwangsläufig ableiten, denn bei den meisten, hier vorkommenden Arten, ist die Giftmenge zu gering und Giftklauen zu kurz, um die menschliche Haut zu durchdringen. Einen Beißversuch wird die Spinne als Fluchttier auch nur im äußersten Notfall in extremer Gefahr starten.

Spinnen auf La Palma

Die hochgiftige Bananenspinne “Phoneutria”, sie ist auch für erwachsene Menschen eine lebensbedrohende Gefahr, ist in Plantagen auf La Palma nicht vorhanden. Ebenso wenig finden sie die, zu Unrecht gefürchtete, große Vogelspinne.

Häufig anzutreffen sind auf La Palma Vertreter der Tiger- oder Wespenspinne. Erkennbar an ihrer gelb – schwarzen (wespenähnlichen) Streifen. Ihr Gift ist für den Menschen nicht gefährlich. Ein Biss hat lediglich leichte Schmerzen mit Hautrötung zur Folge.

Auch Kreuzspinnen, man erkennt sie an einem charakteristischen Kreuz auf dem vorderen Hinterleib, sind auf La Palma weit verbreitet. Ihr Biss ist ähnlich schmerzhaft wie ein Bienenstich, ergibt starke Schwellungen und Lähmungen in Bissumgebung. Kühlende Umschläge werden als Erste Hilfe Maßnahme ausreichen.

Schmerzhaft zubeissen kann auch die auf La Palma eher seltene “Steatoda nobilis”.

Die ursprünglich von Madeira und den kanarischen Inseln stammende Spinnenart, wurde durch Bananentransporte auch zum spanischen Festland gebracht und kommt heute auch in England und Frankreich vor. Bissunfälle zeigen schmerzhafte Symptome mit starken Schwellungen.

Gefahr durch Spinnen

Spinnengift ist hoch wirksam, eine Gefahr für Menschen jedoch verschwindend gering. Auf La Palma finden sie keine Arten, die ihr Leben bedrohen. Zum einen sind hier beheimatete Spinnen aufgrund ihrer Größe nicht in der Lage, mit ihren Beißwerkzeugen die menschliche Haut zu durchdringen, zum anderen ergreifen sie zunächst immer die Flucht und stellen sich tot. Ein Angriff ist also nicht zu erwarten.

Verbreitung und Lebensumstände

In Mitteleuropa gibt es 800 verschiedene Spinnenarten.
Nicht einmal ein Drittel davon sind auch auf den Kanaren vertreten.
Spinnen sind auf La Palma vor allem in ländlichen Gebieten verbreitet. Bananenanfelder, dichtes Buschwerk in Wäldern und heimische Gärten bieten ideale Lebensbedingungen. Bis zu 1000 Eier legen einige Spinnenarten in ein Gelege. Bleiben sie ungestört, vermehren sie sich stark weil Fressfeinde recht gering sind. Vor allem Vögel picken sich gerne eine Spinne aus ihrem Netz. Geckos oder Fledermäuse hingegen erbeuten seltener Spinnen.

Über Graja (1702 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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