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Ringen auf La Palma

Lucha Canarias

Wenn auf den Kanaren Männer die Hosen hochkrempeln ziehen sie in den Kampf, in den Ringkampf.

Ein Besuch bei der populärsten Sportart der Kanaren.
Ringen im Sand

Die traditionsreichste Sportart auf La Palma ist der kanarische Ringkampf.
Trainiert wird das ganze Jahr, Wettkampfzeit ist von März bis Oktober. Es gibt an allen Wochenenden gut besuchte Wettkämpfe. Wer sich das einmal ansehen möchte, findet alle Veranstaltungspläne bei www.luchacanarialapalma.org

Gekämpft wird Mann gegen Mann, aber der Lucha Canaria ist ein Mannschaftssport.

Jede dieser Mannschaften besteht aus je 12 Kämpfern die gegeneinander Antreten.

Ein Kampf geht über 3 Runden von maximal 2 Minuten Dauer.

Häufig ist eine Runde schon nach wenigen Sekunden beendet.

Gewonnen haben die „Puntales“ also die Mannschaft mit den meisten Einzelsiegen.

Gewichtsklassen wie in anderen Kampfsportarten gibt es dabei nicht.
Da kann schon einmal das 70kg Leichtgewicht auf einen 120kg Mann treffen.

Es zählt neben Kraft, auch Geschicklichkeit und Technik.

 

Austragungsort
Gekämpft wird auf Sand. Viele Ortschaften haben eine spezielle Ringkampfarena. Aber auch der Strand ist ein beliebter Trainings und Kampfplatz. Die benötigte Fläche der Kreisrunden Kampfplätze, terreros genannt ist klein.

Sie bestehen aus einem inneren Kreis mit einem Durchmesser von 14m und einem 17m Außenkreis.

 

Ausrüstung
Die Kampfkleidung ist Einfach. Angetreten wird Barfuß und in kurzer Hose, deren Beine hochgerollt werden. Diese aufgekrempelten Hosenbeine dienen dem Gegner als Griff und Haltemöglichkeit. Ergänzt wird das ganze traditionell mit einem weißen TShirt, welches meist durch ein Trikot mit den jeweiligen Vereinsfarben ersetzt wird.

 

Der Ringkampf
Ziel des Kampfes ist es, den Gegner zu zwingen, mit einem anderen Körperteil als den Füßen, den Boden zu berühren. Aggressionen wie Schläge oder Tritte sind verboten, selbst der einfache Schwitzkasten ist nicht erlaubt.

Grundprinzip des Erfolges ist es, den Gleichgewichtsinn des Gegners zu stören um ihn zu Fall zu bringen.

Fällt er, oder berührt mit dem Körper oder einer Hand den Boden, hat er verloren und darf nicht weiter in dem Turnier kämpfen.

Der Sieger kann in den nächsten Kampf gehen. Hat eine Mannschaft alle Gegner nieder gezwungen ist sie der Sieger des Wettkampfes.

 

 

Über die beliebteste und älteste Sportart der Kanaren berichtete bereits 1420 der Chronist Alvar Garcia de Santa Maria. Es wird Vermutet, das durch diese unblutigen Kämpfe Streitigkeiten unter der Urbevölkerung gelößt und entschieden wurden.

 

Lange Zeit gab es auf jeder Insel eigene Regeln.
Erst 1872 wurden verbindliche Regeln und die Zahl der Schiedsrichter, „Hombres de Honor“ (Männer der Ehre) genannt, festgeschrieben und erste Kämpfe nach nun einheitlichen Vorgaben durchgeführt.

Der in Francozeiten nicht gern gesehene Kampfsport wurde in den Bereich der Fiestas verband und überlebte als beliebte Attraktion und Belustigung bei Volks und Gemeindefesten. 1984 wurde ein überregionaler Dachverband gegründet, aber erst seit 2009 wird der kanarische Ringkampf in Spanien als offizieller Sport anerkannt, was den Stellenwert des Lucha Canaria deutlich verbesserte.

So wird diese Ringkampfart in öffentlichen Schulen gelehrt, gefördert und 5.000 Ringer haben sich auf den Kanaren in etwa 100 Vereinen organisiert um nach kanarischen Regeln miteinander zu Ringen.

 

Traditionen werden gelebt.
2 Gegner treten in den Sand und geben sich die Hand, denn man Adelt seinen Gegner durch Fairness.

Treten zwei Kämpfer in den Ring, begrüßt man sich mit Handschlag. Erst dann wird die Kampfposition eingenommen. Schulter an Schulter, die Hand an der Hosenkrempe des Gegners. Nach Kampfende hilft der Sieger dem Unterlegenen beim Aufstehen und bedankt sich, oder führt ihn zurück zu seinem Platz um Hochachtung zu erweisen.

Über Graja (1700 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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