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Rettung kann teuer werden

Rettungseinheiten auf La Palma

Krank, verlaufen, gestürzt, verletzt, immer wieder rücken auf La Palma Rettungskräfte aus, um Touristen, wie Einheimische zu bergen, zu versorgen, zu retten. Manchmal sind solche Rettungseinsätze für Betroffene kostenlos. Einige können allerdings, wie die Kostentabelle zeigt, richtig teuer werden.

Ob an Land, im Wasser oder der Luft, Gefahrenpotential für Unfälle ist hoch, die Kanaren für Notfälle aller Art gut ausgerüstet. Unterschiedliche Rettungorganisationen für alle Fachbereiche arbeiten bei Bedarf zusammen und werden von der “CECOPIN” (Centro de Coordinación Operativa Insular) koordiniert.

Geht ein Notruf bei der 112 ein, ist immer auch Polizei mit unterschiedlichen Einheiten vor Ort. Meist werden Einsätze aller Art von den “Bomberos” (Feuerwehreinheiten) erledigt. In schwierigen Fällen werden diese je nach Rettungssituation durch Spezialisten für Fachbereiche unterstützt.

Rettungskräfte auf La PalmaRettungssituationen auf See werden von der “Society of Maritime Safety Agency Salvamento del Mar” organisiert und durchgeführt. Ein Rettungsboot ist unter anderem permanent Hafen von Santa Cruz de La Palma einsatzbereit.

Rettungssituationen aus der Luft erledigt die SAR (Servicio de Búsqueda y Rescate del Ejército del Aire), der schwarz/rote Helicopter des Gobierno de Canarias ist auf La Palma fest am Flughafen stationiert.

Rettungssituationen an Land werden meist von Feuerwehr und der AEA organisiert. Dort hat man Spezialisten für Bergrettung, Taucherstaffel und Rettungshunde. Speziell für die Suche vermisster Personen gibt es neben der AEA noch die Rettungshundestaffel der UCREP. Feste Größen sind selbstverständlich auch der Zivielschutz (Protección Civil) und das Rote Kreuz (Cruz Roja Española).

All diese Organisationen, egal ob staatlicher oder gemeinnütziger Natur, müssen finanziert werden um ihre Einsatzbereischft zu erhalten. Dies geschieht durch Spenden, staatliche Zuschüsse, Subventionen und …in einigen Fällen durch Rechnungstellung an gerettete Personen oder deren Versicherung.

Wer regelt Rettungskosten?

Wer eine Rechnung für seine Rettung erhält oder kostenlos davon kommt, regelt die Verordnung “Tasas y Precios Públicos de la Comunidad Autónoma de Canarias Titulo XIII” Artikel 171 bis 175„. Verantwortlich ist die “Dirección General de Seguridad y Emergencias” (Generaldirektion für Sicherheit und Notfälle) im Ministeriums für Wirtschaft, Finanzen und Sicherheit. Die Regelung enthält eine Preisliste für Rettungskräfte und Material, sowie eine Klarstellung, wann eine Such- und Rettungsaktion zu bezahlen ist.

Luftrettung

Kostentabelle für Rettungskräfte:

Die Gebühren variieren ja nach menschlichem und materiellen Einsatz. Sind also davon abhängig, welche Ressourcen eingesetzt werden.

Jedes Mitglied einer Notfallgruppe kostet 36,- Euro / Stunde.
Einsatzfahrzeug als Gefechtsstand vor Ort 40,- Euro/Std.
Mobile Fahrzeuge zur Suche je 300,- Euro/Std.
Einsatz von Booten je 300,- Euro/Std.
Hubschrauber je Heli 2.000,- Euro/Std.

Da häufig gleich mehrere Organisationen involviert sind, können sich Rettungskosten schnell summieren. Die Gebührenordnung sieht deshalb beim Einsatz von Rettern eine Höchstgrenze vor.

Für 1-4 Helfer 6000 €
Für 5-8 Helfer 8000 €
Von 9 bis 16 Helfer 10.000
Mehr als 16 Helfer 12.000

Rettungshundestaffel der UCREP

Wann ist ein Rettungseinsatz kostenlos?

1. Für Such-Rettungsaktion werden keine Gebühren erhoben, wenn es die direkte Folge eines Ausnahmezustand, wie zum Beispiel einer Naturkatastrophe ist. Dieser Ausnahmezustand muss von der Generaldirektion für Notfälle oder einer amtlichen Stelle im Bereich des Katastrophenschutzes erklärt worden sein.

2. Gegebenenfalls kann aus Gründen des öffentlichen Interesses eine Rettung oder Bergung einer oder mehreren Personen für die Opfer kostenlos sein.

3. Wenn die gesuchte Person vor Aktivierung der Hilfseinheiten verstorben ist.

Wer ist generell zahlungspflichtig?

Such-Rettungsaktion müssen generell bezahlt werden, wenn es sich um Sportarten mit besonderem Risiko handelt. Diese sind unter dem Punkt „ACTIVIDADES DEPORTIVAS Y RECREATIVAS CONSIDERADAS PELIGROSAS O ARRIESGADAS” aufgeführt und in Land, Wasser, Luft unterteilt. Wer diese Sportarten pflegt, ist in der Regel verpflichtet, eine entsprechende Versicherung abzuschließen, die Rettungs- und Bergekosten beinhaltet.

Risikosport an Land
Kanusport in Schluchten, Bungee-Jumping, Motorradsport inklusive Quads und Buggy, so wie Mountainbike, Reiten, Ski und Snowboarden, Klettern und Höhlenforschung.

Risikosport auf dem Wasser
Tauchen, Schwimmwettbewerbe, Windsurfen, Kitesurfen, Wasserski, Wassermotorräder, Surfen, Kanuwandern.

Risikosport in der Luft
Ballonfahren, Fallschirmspringen, Base Jumping, Ultraleichtflieger, Gleit- und Drachenfliegen.

Besonderheit Wandern

Wandern ist, obwohl diese Aktivität die meisten Rettungseinsätze verursacht, nicht in die Liste gefährlicher Sportarten integriert. Damit auch nicht generell zahlungspflichtig.
Aber Achtung, es gibt Ausnahmen.

Auch der Wandersmann muss laut Verordnung für Rettungskosten aufkommen, wenn einer der folgenden Punkte erfüllt ist.

1. Die Notfallsituation erfolgt in einem Risikogebiet vor dem öffentlich gewarnt wird oder auf gesperrten, verbotenen Wegen.

2. Die Notfallsituation erfolgt in einem Gebiet, für das amtlichen Stellen einen Wetteralarm ausgerufen haben.

3. Wenn Sie auf der Wanderung keine geeignete Ausrüstung, wie erforderliche Kleidung oder richtige Schuhe mitführen.

Zusätzlich kann jede Person zur Kostenerstattung verpflichtet werden, die verbotene Tätigkeiten ohne entsprechende behördliche Genehmigung durchführt, oder im allgemeinen falschen Alarm auslöst und eine Notfallsituation simuliert.

Eine weitere Besonderheit

Zusätzliche Regelungen gibt es bei gewerblich geführten Aktivitäten und Veranstaltungen. Hier wird der Anbieter, Veranstalter mit seiner Pflichtversicherung in Regress genommen. Lediglich bei dessen Insolvenz werden Kosten auf Betroffene umgelegt.
Quelle: Consejería de Economía, Hacienda y Seguridad Gobierno de Canarias Direccion General de Seguridad y Emergencias

Es kann sich also lohnen, wenn Freizeitaktivitäten mit einem erfahrenen Veranstalter, der örtliche Besonderheiten und Gefahren kennt, durchgeführt werden. Wer auf eigene Faust loszieht, ist für Unfallfolgen selbst verantwortlich und sollte entsprechende Vorsorge in Form von Versicherungen treffen.

Wir empfehlen generell den Abschluss eine Auslandsreisekrankenversicherung, die Rettungs- und Bergungskosten einschließt.

Informationen zu Rettungskräften finden sie auch auf Facebook: (Liste unvollständig)
AEA
UCREP
ANB
Bomberos
CECOPIN

 

Über Graja (1694 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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