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Neues Wal sterben vor den Kanaren

Toter Wal vor der Ostküste.

Gestern wurde ein 12 Meter langer Wal vor der Küste bei San Andres y Sauces gesichtet. An sich keine Seltenheit vor der Nordostküste unserer Insel. Schnell stellte sich jedoch heraus, der Wal ist tot.

Daraufhin wurde das 12 Meter lange, und 12.000 kg schwere Tier von der Seerettung (Salvamento Marítimo) in den Hafen von Santa Cruz de La Palma geschleppt undmit zwei großen Kränen an Land auf einen Tieflader gehieft.

Suche nach der Todesursache

Spezialisten (Tierärzte und Biologen) aus Teneriffa und Gran Canaria werden heute eine Obduktion durchführen, um die Todesursache festzustellen. Danach soll der Kadaver im Baranco Seco entsorgt werden.

Neues Walsterben vor der Küste.

Bereits 8 Wale und Delfine, meist Schnabelwale, wurden in den ersten 3 Monaten des Jahres an die Küsten der Provinz Teneriffa, mit La Gomera, La Palma und El Hierro gespült Weitere in der Provinz Gran Canaria mit Lanzarote und Fuerteventura.

Totesursachen sind meist ungeklärt.

In der Regel werden tote Wale auf eine mögliche Todesursache untersucht. In einigen, aktuellen Fällen, konnte festgestellt werden, dass die Tiere Vergiftungen durch Plastik, oder verschluckten Angelhaken erlagen. Eine pauschale Erklärung für die Häufung von Todesfällen in kanarischen Gewässern ist dies sicherlich nicht.

Tolles Foto von „Gabriel Barathieu“

Nicht das erste Walsterben

Schon in den 60, Jahren wurden immer wieder tote oder sterbende Wale und Delfine an den Küsten der Kanaren angespült. Das letzte große Walsterben gab es 2002, als über 60 Wale nach Militärübungen an den Küsten der Kanarischen Inseln strandeten.

Damals hatten Wissenschaftler festgestellt, das Sonar zur Aufspürung von U-Booten schuld am Tod der Tiere war. Daraufhin durften Marineschiffe vor den Kanaren keine Schallwellen-Geräte mehr unter Wasser verwenden. Mit dem Sonar verbot endete auch das Massenstranden der Wale.

Taucherkrankheit bei Walen

Wale tauchen tief und lange. Wie bei einem Sporttaucher, ist es deshalb wichtig, dass die Auftauchphase nur langsam erfolgt, damit sich der Körper an den abnehmenden Wasserdruck anpassen kann.

Treffen Wale auf den extrem lauten Sonar der Militärschiffe, können Organe zerstört werden. Unter Schmerzen gerät der Wal in Panik und schwimmt so schnell er kann zur Wasseroberfläche. Durch die plötzliche Druckentlastung kommt es dann zu einer Blasenbildung im Blut. Mangelnde Sauerstoffversorgung, Gewebeschäden und Lungenembolie sind die Folgen.

Gestrandeter Wal 1598 (Bild Wikipedia)

Was tötete den Meeressäuger vor La Palma?

Gestrandete Wale gibt es schon immer und auf der ganzen Welt.
Eine normale Todesursache ist also möglich. Hier wird man die Ergebnisse der Obduktion abwarten müssen. Nachdenklich macht allerdings die Häufigkeit und Zahl der in diesem Jahr gestrandeten Tiere.

Über Graja (1753 Artikel)
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