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Mysterium im AtlantikTeil II

Geheimnissvolle Insel vor La Palma

San BorondĂłn, Legende und mystische Insel.

Sie wurde betreten, gesichtet und in Seekarten verzeichnet, die achte Insel der Kanaren.

Doch wo ist die La Isla Nontrabada?
Die Insel San Borondon taucht auf, irrt ĂĽber den Atlantik und verschwindet wieder.

Ihr Namen soll von „Navigatio Sancti Brendani“ (Seereise des Abtes Sankt Brendan) stammen. Der irische Mönch und Seefahrer soll laut Überlieferung im 6. Jahrhundert mit 12 Gefährten, sieben Jahre lang auf der Insel gelebt haben.

Er beschrieb sie als Paradies mit unbekannten Vögeln, schwarzsandigen Stränden, kristallklarem Meer und gab ihr den Namen San Barandan.

Ăśber Jahrhunderte ging dieser Mythos nicht verloren.
So machte sich dann auch Christoph Columbus 1492 auf die Suche nach der sagenumwogenen Insel. Am 9. August 1492 vermerkte er in seinem Logbuch, dass viele ehrliche Männer geschworen hätten, westlich von den Kanaren Land gesichtet zu haben. Dieses taucht jedoch auf und verschwindet wieder.

Mal ist die Insel im Westen von La Palma zu sehen, mal vor La Gomera und auch weiter südlich, zwischen El Hierro und La Palma möchte man sie gesehen haben. So unternahmen Seefahrer und Abenteurer bis heute erfolglose Suchexpeditionen.

Dennoch ist San Borondon in alten Seekarten von Pizzigano 1367, Weimar 1424, oder Augustin del Castillo von 1686 verzeichnet.

Auch auf dem ältesten Globus der Welt von Martin Erdapfel ist San Borondon eingetragen.

Hier ein Ausschnitt der Karte von Westafrika von Guillaume Delisle, 1707. Die sagenhafte Insel San Borondon ist westlich der Kanarischen Inseln verzeichnet.

Um 1700 verschwand die Insel plötzlich von allen Karten, soll aber weiterhin bei wolkenlosem Himmel westlich der Kanaren gesichtet werden.

Also suchen die Palmeros weiterhin den Horizont nach dieser Insel ab, gaben einem Ortsteil von Tazacorte den Namen „San Borondon“ und teilen sich die Legende mit anderen Inseln. Denn auf allen Kanaren will man die Erscheinung schon gesichtet haben und nennt sie die „Non trubada Isla flotanda“ (unerreichbare treibende Insel).

Am häufigsten, so erzählen die Alten, taucht sie in der „Noche de San Juan“ auf. Dann ist sie in der Morgendämmerung gegen Westen zu sehen.

So konnte im 20. Jahrhundert dann auch die spanische Zeitung ein Bild der Insel veröffentlichen und 1983 eine glaubwürdige, palmerische Augenzeugin präsentieren.

Kritiker halten diese Erscheinungen für Luftspiegelungen bei bestimmten Wolkenkonstellationen. Doch Spiegelungen einer anderen Insel der Kanaren können ausgeschlossen werden, weil keine nur annähernd die geographischen Umrisse San Borondons hat.

Möglicherweise handelt es sich ja um eine versunkene Landmasse.
Für diese Theorie würde das Verhalten von Zugvögeln sprechen, die bei ihrer Atlantiküberquerung stundenlang über einer leeren Stelle auf dem Meer kreisen. Sagt ihr angeborener Instinkt, dass sich hier einmal Land befand?

Legende oder Wirklichkeit?
Der Mythos lebt weiter und wir blicken an klaren Tagen auf den Horizont. – Wer weis?

 


Teil I. Mysterium im Atlantik – “Die Legende des Hirtensprungs”
Teil II. Mysterium im Atlantik – “San Borondon, die mystische Insel”
Teil III. Mysterium im Atlantik – “Tagoror und die Fuente Santa”

 


 

 

Über Graja (1680 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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