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„Murphy’s Law“ im Konsulat

Passbeschaffung auf La Palma Teil III.
Gut gerüstet, mit allen bisher genannten Unterlagen, selbst die neuen Passbilder sind nun biometriefähig und die spanische Heiratsurkunde mehrsprachig, ging es erneut zum Honorarkonsulat La Palma. Sogar einen Termin hatte ich vorab telefonisch vereinbart. Schließlich hatte man bei den letzten beiden Besuchen darum gebettelt – Sie wissen schon, wegen der vielen Arbeit und der vollen Warteküche.

Wieder war ich der einzige Besucher, sicher lag das diesesmal an meinem Termin.
Wortkarg und pedantisch genau wurden alle Einzelheiten geprüft, so ein Reisepass ist ja kein Schülerausweis, da muss schon mit kleinlich wirkender Exaktheit gearbeitet werden. Schon blicke ich wieder in eine gerunzelte Stirn und vernehme einen leisen Seufzer. War etwa schon wieder etwas nicht in Ordnung? Nein, war wohl nur die Last der Arbeit. „Alles bestens“, säuselte die blonde Dame“, wir können nun die Fingerabdrücke nehmen.“ …

Schon 1949 wusste der Ingenieur Captain Murphy, dass alles was schiefgehen kann, auch schiefgehen wird. „Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon zur Katastrophe führt, dann wird es jemand genau so machen“, liess er verlauten.

…. „So, jetzt müssen Sie noch die Rechnung bezahlen und alles ist erledigt„.
Darauf war ich vorbereitet. Auf der Homepage des Deutschen Konsulat Las Palma, das ist die übergeordnete Auslandsvertretung des Konsularbezirk der Insel La Palma, sind ja alle Kosten aufgeführt. 80,– Euro steht da, zuzüglich 5,- Euro Versandkosten. Bei einem Blick auf die Rechnung klingen dann wieder Murphy’s Worte im Ohr. 140,– Euro steht da. Wieder ein Fehler?

Da man nur sprechenden helfen kann, frage ich vorsichtig nach. Die einstudierte Antwort kommt promt. Mit einem süfisanten Lächeln wird mir erklärt, dass die öffentliche Preisliste nur für das Konsulat gelte, wir uns aber hier beim Honorarkonsulat befinden. „Wenn Sie 80,– Euro zahlen möchten, müssen Sie den Antrag auf Gran Canaria abgeben.“ Diskussio beendet.

Nun weiss ich, was das Wort „Honorar“ vor dem Konsul bedeutet und musste feststellen, das ich dank Murphy, nur 120,– Euro in der Tasche hatte. Auch Kreditkarten sind im Konsulat noch nicht bekannt. Was nun kommt ist klar. Alles wieder einpacken, Stadtbummel auf der Suche nach einem (funktionierenden) Geldautomaten und erneut zum Konsulat.

preisliste

Der 4. Besuch beim Konsulat, ich war verblüfft.
Bei meinem Wiederbesuch etwa eine Stunde später, hatte ich keinen Termin und das Desaster folgte promt. Ich lernte das Wartezimmer, bestehend aus einer alten Küche und einigen leeren Stühlen, kennen. Die blonde Dame im Honorarkonsulat, ich nenne sie so, weil ich ihren Namen nicht kenne, sie stellte sich auch beim 4. Besuch nicht vor, hatte Besuch. Es gibt also doch noch andere Menschen, die zum Konsulat gehen.

Trotz großem Andrang, die Dame vor mir benötigte nur kurze Zeit, wurde ich in wenigen Minuten vorgelassen und konnte meine Rechnung bezahlen. Nach etwa 2 1/2 Wochen, drei arbeitsfreien Vormittagen und einigem Gerenne, war die Schlacht geschlagen und der neue Reisepass ist beantragt.

Auf Teil 4 bis … werden wir noch etwas warten müssen.
Etwa 6 Wochen soll es dauern, bis ich eine telefonische Nachricht zur Passabholung erhalte.

Übrigens, den Namen unseres Honorarkonsuls habe ich gegoogelt.
Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland
José Francisco Pérez Bravo, Honorarkonsul
Avenida Marítima, n°66, 38700 Santa Cruz de La Palma – Öffnungszeiten von Montag bis Freitag 10.00 – 13.00 Uhr – Telefon (0034) 922 42 06 89 / Fax (0034) 922 41 32 78

Teil I Selbstversuch zur Passbeschaffung auf La Palma
Teil II Abenteuer Konsulat

 

Über Graja (1669 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

2 Kommentare zu „Murphy’s Law“ im Konsulat

  1. Das mit dem La-Palma-Aufschlag ist ja der Hammer! Wo kriegt man hier eigentlich biometrische Passbilder? Brauche nämlich auch welche :-).

    • Bei jedem Fotografen und in einem kleinen Kramladen gegenüber der Ausländerpolizei (Pol. National) am Plaza Alameda.

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