News Ticker

Misshandelt, verprügelt, getötet

Gegen Tierquälerei

Tierquälerei, sehen sie nicht weg.

Laut Pacma soll es einfacher werden Tiermissbrauch anzuzeigen. Dafür wurde eine extra Internetseite entwickelt.

Zwei Hunde stützen das Wappen der Islas Canarias. Auch ihren Namen sollen die Inseln, was umstritten ist, laut Plinius von den Canis (lat. für Hunde) haben. So erscheint das Verhältnis der Canarios zu Hunden etwas Kurios, weil auf unseren Inseln, wie in ganz Spanien, Tierschutz noch immer in den Kinderschuhen steckt. Ob ausgesetzte Tiere, Katzen und Hundewelpen im Müllcontainer oder halb verhungerte Lebewesen, Tierquälerei (nicht nur bei Hunden und Katzen) ist keine Seltenheit.

Doch langsam werden die Menschen sensibler und Anzeigen, mit denen sich Gerichte beschäftigen nehmen zu. Auch auf La Palma stieg die Zahl der Verfahren.

Wer bei gequälten Tieren weg sieht, macht sich strafbar. Nicht vor dem Gesetz, wohl aber vor dem eigenen Gewissen uns seiner Menschlichkeit.

Strafbar macht sich, wer Tiere misshandelt.

Allerdings nur dann, wenn mutige Menschen diese Misshandlung zur Anzeige bringen und Behörden diese dann auch verfolgen. Genau hier liegt das Problem, denn Spanien hat kein einheitliches Tierschutzgesetz. Oft ist nicht klar, wann eine Straftat vorliegt, oder wer für eine Anzeige zuständig ist.

Gesetzgebung zum Tierschutz in Spanien

Bereits im Reich des Kaisers Ashoka 272 v. Chr. war die Stellung der Tiere gesetzlich geregelt und in Istanbul trat schon 1502 unter Sultan Bayezid ein Tierschutzgesetz in Kraft, damit Tiere richtig behandelt wurden.

Davon ist Spanien noch heute weit entfernt.
Zwar gibt es im Artikel 337 des spanischen Strafgesetzbuch einen Bereich der sich mit Tierschutz beschäftigt, und für die Misshandlung von Haustieren gar eine Haftstrafe von drei Monaten bis zu einem Jahr androht, wenn ein Haustier schwer verletzt oder getötet wird. Allerdings hat jede der 17 autonomen Gemeinschaften in Spanien eigene Regelungen und Verordnungen, so dass oft nicht klar ist, in welchen Fällen eine Misshandlung von Tieren vorliegt, weil ein echtes Tierschutzgesetz-Rahmengesetzt auf staatlicher Ebene fehlt.

So werden zum Beispiel wilde oder herrenlose Hunde in manchen Bezirken 10 bis 30 Tage aufbewahrt und kommen dann zu einer Tötungsstation. In anderen Gebieten wie z.B. Katalonien ist das Töten von herrenlosen Tieren verboten. Ebenso verhält es sich mit Verstümmelung wie Kupieren von Rute oder Ohren aus ästhetischen Gründen. Jede autonome Gemeinschaft strickt ihr eigenes Tierrecht, oder,  – Tierunrecht, ganz im Sinne des Betrachters.

Auch die autonome Gemeinschaft der Kanaren ist sich nicht ganz einig. Zwar gilt die regionale Gesetzgebung zum Schutz der Tiere (Ley 8/1991,) für alle Inseln, aber die zwei Verwaltungsbezirke Teneriffa und Gran Canaria legen das Kommunalrecht zur Haltung, Besitz und Schutz von Haustieren (Ordenanza municipal de la proteccion y tenencia de animales) unterschiedlich aus.

Dadurch ist es nicht immer Einfach zu Beurteilen, wann eine Misshandlung von Tieren vor liegt, was erlaubt ist, was nicht.

Was ist Tierquälerei?

Nach dem spanischen Strafgesetzbuch handelt es sich auf jeden Fall um eine Misshandlung, wenn ein Tier so stark verletzt wird, dass dauerhaft die Gesundheit geschädigt, oder das Tier getötet wird. Hier sollte man bei Kenntnis immer eine Anzeige machen.

Nicht immer klar ist die Sachlage durch Kommunale Regelungen bei nicht artgerechter Haltung, miese Hygiene Bedingungen, leichter Körperverletzung, schlechter oder falscher Ernährung, nicht autorisiertem Straßenverkauf, u.s.w. Hier haben bestehenden Rechtsvorschriften viele Lücken, die es dem Tierliebhaber nicht immer einfach machen, Unmenschen zu stoppen.

Wer sollte wann eine Anzeige machen?

Generell sollte jeder Anzeige erstatten, der von Tierquälerei Kenntnis hat. Dabei sollte es auch keine Rolle spielen, ob Sie vor Ort leben, oder lediglich als Tourist auf die Insel kommen. Generell ist es für Besucher sogar einfacher, weil familiäre oder nachbarschaftliche Beziehungen keine Rolle spielen, denn das spanische Gesetz sieht vor, dass Beschwerden nicht anonym abgegeben werden können. Eine Tatsache, die zwar falsche Verdächtigungen oder Diffamierung ausbremst, aber auch ängstliche Menschen von einer wichtigen Anzeige zurückschrecken lässt.

Wo kann ich Missbrauch anzeigen?

Ist ein Tier in Lebensgefahr, kann generell jede Polizeidienststelle benachrichtigt werden. Offiziell ist aber die Seprona (Tel. 062) der Guardia Civil zuständig.

In anderen Fällen kann es Sinnvoll sein, öffentliche Verwaltungen wie das örtliche Ayuntamiento oder der Sicherheitskräfte der Policia Local zu verständigen. Diese werden dann eine Prüfung vor Ort vornehmen und gegebenenfalls die Seprona verständigen um die Missstände abzustellen.

Es besteht auch die Möglichkeit einen Anwalt zu beauftragen, der direkt eine Anzeige bei Gericht einreicht. Dies ist allerdings nicht immer ratsam, weil Kosten entstehen.

Beweise sichern.

Wenn Sie Zeuge einer Misshandlung werden, sollten Sie versuchen Beweise in Form von Fotos, Zeugenaussagen, Veterinär-Berichte u.s.w. zu sichern.

Pacma bietet Hilfe.

Zukünftig soll es für Zeugen einfacher werden Tierquäler zu stellen. Das jedenfalls verspricht die politische Partei Pacma. Sie hat sich dem Tierschutz verschrieben und möchte dem Bürger eine Plattform bieten, die es ermöglicht, Tierquäler zu denunzieren.

Dazu wurde die Internetseite „pacma-denuncias“ erstellt, auf der es in Kürze möglich sein wird, schlechte Behandlung von Tieren anzuzeigen. Sie bleiben dabei weitgehend anonym, weil die Partei dann mit ihren Beweisen (Text, Fotos, Zeugen) rechtliche Schritte einleitet.

Die Pacma (PARTIDO ANIMALISTA CONTRA EL MALTRATO ANIMAL) ist eine politische Partei auf staatlicher Ebene, die sich für soziale Gerechtigkeit, dem Umweltschutz und den Interessen und Rechten der Tiere verschrieben hat. Wer mehr darüber wissen möchte, findet hier die Statuten der Partei.

Über Graja (1753 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*