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Masterplan Verkehrswende

La Palma als Versuchslabor fĂĽr Nachhaltigkeit.
Die EU möchte saubere Fahrzeuge durchsetzen. La Palma will dabei die Nase vorne haben und auf der Insel die Verkehrswende mit Elektroautos einleiten.

Die aktuelle Euphorie ist groĂź.

Elektrofahrzeuge sind weniger umweltbelastend weil emissionsfrei. Wie geschaffen für eine grüne Insel, sagt man. Und weil die Verbreitung von Stromtankstellen der wichtigste Baustein zum Betrieb der grünen Autos ist, wurde, quasi über Nacht, ein flächendeckendes Netz von Ladestationen für Elektrofahrzeuge auf der Isla bonita installiert.

Ladestation in Los Cancajos

Na ja – es sind mit Tazacorte, Mazo und Los Cancajos 3. Etwa 6 Stromquellen soll es einmal auf der ganzen Insel geben. Fraglich ist allerdings wer darüber entscheidet, wer dort zu welchem Zeitpunkt tanken darf?

 

Noch ist sie nicht in Betrieb

Aber ein Anfang ist gemacht.
Was fehlt, sind Elektroautos.
Genau diese möchte man fördern und verspricht kostenloses tanken, sorry laden, an den wenigen, Inseleigenen Ladestationen für den Zeitraum von zwei Jahren.

La Palma soll das Versuchslabor für Nachhaltigkeit werden, sagen unsere Politiker.  Steigendes Niveau bei Lebensqualität, Fortschritt für den Wohlstand, saubere Luft durch emissionsfreie Autos möchte man uns verkaufen.

 

 

Kein Auspuff, keine Abgase.

Emissionsfrei sind Elektroautos nicht.
Zur Zeit haben sie sogar eine schlechtere Emissionsbilanz als moderne Verbrennungsmotoren, denn das CO2 entsteht im Kraftwerk. Etwa 600 Gramm CO2 je Kilowattstunde sollen es sein, bei einem Mix an Stromquellen.

 

GrĂĽnen Strom gibt es auf La Palma aber nicht.
Ein echter Mix aus Stromquellen ist hier fast nicht vorhanden.  Wind oder Solarenergie stecken in Kinderschuhen. Hier stinkt noch immer unser altes Dieselkraftwerk zum Himmel. Mit 600 Gramm CO2 je KW werden wir also bei weitem nicht auskommen.

Hinzu kommen noch Emissionen in der Produktionskette für den Sprit um unser Kraftwerk zu betanken. Erdölförderung, Raffinerien und Tanker Transport über den Atlantik. Kein Wunder also, dass Kritiker die Bilanz von Antriebsstrom als CO2 Desaster bezeichnen.

Bei einem Verbrauch von etwa 30 kwh auf hundert Kilometer, wĂĽrde zum Beispiel ein E – Kleinwagen so viel CO2 in die Luft blasen wie ein groĂźer Geländewagen mit normalem Antrieb. Eine Studie des schwedischen Umweltministeriums, geht von einer Mehrbelastung von 7,5 Tonnen CO2 jährlich pro Kopf durch E-Autos aus.

 

Akkus sind ein weiteres Problem.

An der Haushaltssteckdose würden sie durchschnittlich 10 Stunden zum Laden benötigen. Bei einer 22 kw Ladestation verkürzt sich die Zeit auf 1,5 Stunden.

Selbst bei Ultraschnellen 350 Kw Ladesäulen benötigen Sie noch immer 20 Minuten für eine Reichweite von 300 km.

Alternative Battery swapping.

Dabei werden Batterien an der Ladestation getauscht. Das geht schneller als Laden. Aber auch Batterien stehen in der Kritik, weil Produktion, vor allem aber Entsorgung die Umwelt vergiften. Zwar gibt es ein gutes Recycling, jedoch keine Garantie für illegale Entsorgung. Wer nicht glaubt, dass Batterien verloren gehen, sollte einmal aufmerksam durch unsere Wälder laufen.

 

Das E – Auto wird kommen.

Hier kommt natürlich erst einmal “grüner” Strom ins Spiel.
Negative Bilanzen können bei mehr Solar und Windenergie geschönt werden. Doch Schadstoffauswurf ist nur ein Teil dieser Vehikel.

Elektromotoren haben viele Vorteile.

Sie sind außen wie innen extrem leise. Stress durch Lärm für Insassen und Anwohner wird enorm verringert.

Das Auto fährt sich einfacher. Keine Gangschaltung, kein Ruckeln oder Abmurksen.

Auch die Leistung ĂĽberzeugt. Durch einen hohen Wirkungsgrad von 97% bekommen wir einen beeindruckenden Drehmoment was volle Leistung aus dem Stand bedeutet.

Das Ganze bei geringen Werkstattkosten, weil Elektromotoren einfacher und fast wartungsfrei funktionieren. Elektroautos haben damit auch eine längere Lebensdauer als Benzinmotoren.

 

Der Zukunft voraus
Politiker zäumen ihre Elektropferde von hinten auf wenn sie sich mit geschwellter Brust vor einer der irgendwann einmal 6 Ladestationen präsentieren, dabei von Fortschritt und Nachhaltigkeit sprechen, aber keine Lösung für alternative Energie in der Tasche haben.

Erst wenn der Baustein zu sauberer Energie gelegt wurde, kann ich solche Aktionen ohne schmunzeln ernst nehmen.

GrĂĽner Strom und Elektrofahrzeuge – wĂĽrde einem Biosphärenreservat sicherlich gut stehen. Doch das ist noch ein sehr langer Weg.

Über Graja (1731 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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