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Los Cancajos – Leserbrief

Katze am Strand

Offener Brief von Maria Weiss.
Eine Firma tut ihre Pflicht.
Die Katze auf dem Titelbild heisst Marta und wird seit Jahren von vielen Strandbesuchern, Touristen und deren Kindern geliebt und verwöhnt. Sie ist eine Attraktion, gepflegt, zutraulich und wird manchmal fotografiert und gefilmt. Treue La-Palma-Besucher kennen ihren Namen und sagen mir, sie würden sich freuen, im Urlaub die Katze Marta wieder anzutreffen. Ich habe sie vor Jahren kastrieren lassen. Leider kann ich sie nicht in mein Haus nehmen, da meine beiden Kater (früher auch arme Straßenkatzen) sie nicht akzeptieren.

Seit Jahren stelle ich jeden Tag frühmorgens am nördlichen Strand von Cancajos 3 transparente Gefäße mit Trinkwasser für Vögel und Katzen auf die dann täglich wieder entfernt werden.

Trinkwasser für Vögel

Die Wasserbehälter sind normalerweise voll transparent. Ich brauche viele davon, weil sie ja täglich entsorgt werden.

Strandreinigung contra Trinkwasser

Täglich entsorgt die für die Reinigung und Aufsicht des Strandes beauftragte Firma diese Becher auf höheren Befehl (!!) wie mir gesagt wurde. Ich habe deshalb auch schon zweimal an den Bürgermeister geschrieben und darum gebeten, die Wassergefäße stehen zulassen.

Einen Becher stelle ich ins Gebüsch, nach außen kaum sichtbar. Selbst dort holt die besonders emsige Mitarbeiterin den Becher. Der Müll rechts und links davon bleibt liegen. Ein Becher steht, kaum erreichbar, hoch auf der Mauer oben. Aber die Mitarbeiterin schafft es. Der Müll unten am Boden wäre mit viel weniger Kraftanstrengung zu entsorgen.

Niemand stört sich an den Wasserbechern, manche Strandbesucher füllen sogar Wasser nach. Aber die Firma tut ihre Pflicht – auf ihre Art und Weise.

Kürzlich habe ich eine Nachricht für die Mitarbeiterin hinterlassen, dass es besser wäre, sich um den Abfall und die Exkremente oben auf der Treppe zu kümmern als um saubere Wasserbecher. Am nächsten Tag wurde die Treppe gereinigt und unten etwas Abfall beseitigt.

Oftmals übernachten Leute am Strand im Zelt oder Schlafsack

Da ich frühmorgens in der Dämmerung schwimmen gehe, sehe ich, wie diese Personen den Strand als Toilette benutzen, die Dusche zum Zähneputzen und Ausspucken sowie zum Wäsche waschen. Erst gestern habe ich einen Camper unmittelbar vor seiner Darmentleerung aufgescheucht. Er war nackt und hatte sich ganz vorne am Ufer ein Örtchen auserkoren.

Der Strand ist voll mit Zigarettenkippen. Oftmals sammle ich leere Bierdosen und Flaschen ein, damit sie nicht ins Meer geschwemmt werden. Hunde werden Gassi geführt und hinterlassen ihre Spuren. (Die Tiere können ja nichts dafür).

Aber die einzige Sorge der Firma ist, dass auf der Mauer 3 saubere Wasserbecher stehen.

Normalerweise steht dort nur ein Wasserbecher. Das Schild habe ich nur heute angebracht, auf dem ich die emsige Mitarbeiterin frage, ob sie sich nach dem Wegnehmen des Wassers für die Tiere zufrieden fühlt.

Normalerweise steht dort nur ein Wasserbecher. Das Schild habe ich nur heute angebracht, auf dem ich die emsige Mitarbeiterin frage, ob sie sich nach dem Wegnehmen des Wassers für die Tiere zufrieden fühlt.

Seit einigen Wochen benutzt jemand den oberen Treppenabschnitt als Toilette für „größere Geschäfte“. Mitten auf der Treppenstufe, daneben ordentlich drapiert das benutzte Toilettenpapier in großer Anzahl. Es stinkt zum Himmel. Täglich steigen dort Touristen und Einheimische die Treppe hoch. Der Dreck bleibt wochenlang liegen, bis endlich saubergemacht wird. Nachbarn halten jetzt bei Dunkelheit Wache, um den oder die Übeltäter/in zu erwischen.

Ein guter Eindruck für die Insel und den mit blauer Fahne ausgezeichneten Strand von Los Cancajos.

Autor:
Maria Weiss

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Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

1 Kommentar zu Los Cancajos – Leserbrief

  1. Franziska Peterthalner // 03/09/2016 um 10:15 // Antworten

    Ja, ich kenne das. Ich bin von einer Freundin gebeten worden, nach den Wasserbechern zu schauen. Ich hatte eine Wasserflasche und zwei Becher dabei. Ich wurde von zwei Straßenkehrern (Frau und Mann) tätlich angegriffen und beschimpft. Mir wurden die Sachen aus den Händen gerissen und vom Hotel nebenan wurden die zwei angewiesen, mich zu fotografieren. Später wurde mir im Hotel mitgeteilt, man hätte von der Polizei mein Foto bekommen und es sei bei Strafe verboten, den Katzen auch nur Wasser zu geben. Alles gelogen. Die Polizei kümmert sich garnicht um die Frauen, die jeden Tag Futter und Wasser hinstellen. Jetzt gibt es ja schon den ersten offiziellen Futterautomaten. Bin mal gespannt, ob der „Zirkus“ mit den Katzenhassern weitergeht.

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