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Kanaren entdecken den Taucher

Taucher vor La Palma

Der Taucher, als Tourist wertvoll und neuerdings als Spartenfüller entdeckt.
Sporttaucher, sind eine selten gesichtete Spezies, da sie sich meist Unterwasser aufhalten. Sie kennen die kanarischen Inseln seit Jahrzehnten als wertvolles Tauchziel. Nun haben auch die Inseln den Taucher entdeckt.

Man hat festgestellt, dass diese, gar nicht so seltene Spezies, in die Gruppe beliebter Urlaubsgäste aufzunehmen ist. Denn entgegen der landläufigen Meinung, dass diese Gäste nur die Birne in den Atlantik stecken, hat man bemerkt, dass auch Taucher Apartments mieten, Essen gehen, Autos mieten und manchmal sogar ihre Familie mitschleifen, die dann ebenfalls für Konsum sorgt.

Wie fördert man den Tauchtourismus?

In dieser Frage gehen die Inseln unterschiedliche Wege.
Einige arbeiten dabei hochprofesionell, andere “Cabildos” eher halbherzig bis stümperhaft. Ein sehr gutes Beispiel ist Fuerteventura. Dort arbeitet man mit örtlichen Tauchschulen zusammen, besucht “gemeinsam” mit gewerblichen Tauchbasen Messen wie die “Dive Travel Show” in Madird, oder der weltweit größten Fachmesse für Taucher, der “Boot” in Düsseldorf. Auch La Palma besuchte in diesem Jahr die “Dive Travel Show”. Von einer Zusammenarbeit mit gewerblichen Tauchschulen, diese sind es, die Taucher auf die Insel ziehen, kann man allerdings nicht sprechen. Es wurde lediglich ein (wirklich gutes) Unterwasservideo vorgestellt und einige Fleyer verteilt. Dies reichte zwar aus, um sich in der Presse für sein Tun feiern zu lassen, Auskünfte die Tauchtouristen tatsächlich interessieren, wie zum Beispiel Tauchzeiten, empfohlene Ausrüstung, oder Tauchplatzbeschreibungen konnten aber nicht gegeben werden. In wieweit Sinn und Zewck dieses Messeauftritts erfüllt wurden, darf also zumindest in Frage gestellt werden.

Eine gemeinschaftliche Aktion startete die Kanarenregierung.

Mit einem Wettbewerb der Unterwasserfotografen sollen die Inseln als Tauchrevier bekannt gemacht werden. Dazu hat man die “Canary Islands Dive Photo Challenge” ins Leben gerufen. Bei diesem Wettbewerb können alle Taucher in unterschiedlichen Kategorien ihr bestes Foto online einsenden. Premiert werden die schönsten Bilder mit Preisen im Gesamtwert von 25.800 Euro. Wer daran teilnehmem möchte, hier geht es zur Ausschreibung.

Attraktionen gesucht.

Taucher möchten Abwechslung und ganz besondere Tauchspots wie zum Beispiel Wracks. Also hat man auf der Suche nach Attraktionen den Themenpark entdeckt. Große Pläne wurden geschmiedet,um einen Themenpark vor der Küste von “Santa Cruz de La Palma” zu realisieren. Die Stadtgeschichte sollte unter Wasser mit zwei Themen (Enanos und Piraterie) nachgestellt werden.

zwergeStill, von Öffentlichkeit und Presse unbemerkt, wurden nach langer Planungsphase die ersten Enanos (kleine Zwerge mit Napoleonhut) versenkt. Schiffswracks sollten später folgen.

Danach veröffentlichte man einige Bilder und liess sich für professionelles arbeiten feiern.

Doch offensichtlich unterliegt diese Professionalität einem Verfallsdatum. Der Themenpark wurde zum Politikum und nie fertiggestellt. Neben etwa 60.000 Euro Investition, hat La Palma große Chancen in den Atlantik geworfen. Der Werbefaktor für unsere Insel ist dahin.

Hier habe ich ein kurzes Video, von unserem „vermeintlichen“ Themenpark gedreht.

Lanzarote zeigt La Palma wie es funktioniert.

Auch auf Lanzarote hatte man ähnliche Pläne. Im Gegensatz zur Isla bonita hat man diese allerdings in Rekordzeit umgesetzt. Dort ging es auch nicht um die 12 Zwerge hinter dem fremden Wald. Mehr als 300 Skulpturen, alle Nachbildungen realer Menschen, finden sich zukünftig vor Lanzarotes Küste auf dem Meeresgrund. Ein Großprojekt, welches dank dem Künstler “Jason Taylor”, den palmerischen Kleckerpark um ein Vielfaches übersteigt.

Lanzarote

Foto: Gobierno de Canarias

Es geht noch weiter, man hat die ganze Aktion auch gut vermarktet. Nicht still und leise ist das geschehen, man hat laut getrommelt und internationale Presse dazu eingeladen.

Im Ergebins, so schreibt das Ministerium für Tourismus und Kultur, hat die Aktion 700 Milionen Menschen erreicht, was einem Werbewert von 54.000.000 Euro entspricht. Mehr als 440 Veröffentlichungen, 5 Millionen Zugriffe auf Webseiten von “Al-Jazeera”, 6.000.000 auf “CNN” und 1,5 Millionen bei “Channel 4”. Der erste Unterwasserpark Europas ist in aller Munde.

Chanze verpasst

Sportarten wie Schnorcheln und Tauchen sind unbestritten eine touristische Attraktion. Auf den Inseln Fuerteventura, Lanzarote und El Hierro hat man dies erkannt und handelt entsprechend. Auf La Palma macht man sich gerne wichtig, entscheidet aber an notwendigen Tatsachen vorbei.

Wir sind halt eine Wanderinsel mit kleinen Nischensparten, das werden wir auch bleiben, weil die Spezies der Unterwassersportler für Unwissende nicht sichtbar ist.

Über Graja (1731 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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