News Ticker

Helikopter auf Schneckenfängerjagd

lapaFischer bei der Wilderei erwischt.
Durch eine Überwachung per Hubschrauber, konnte die Guardia Civil drei Fischer in der Gemeinde Garafia beim illegalen Fangen von „Lapas“ überführen. Eine Patrouille der „Seprona“ konnte daraufhin 16 Kilo der unter strengem Schutz stehenden Schalentiere sicherstellen und einen 30 Jährigen Mann wegen Verdachts auf ein schweres Verbrechen verhaften.

Die beschlagnahmte Beute soll einer gemeinnützigen Organisation übergeben worden sein. Nun könnte man lächelnd den Kopf schütteln über soviel Aufwand. Illegale Fischerei ist allerdings kein Kavaliersdelikt.

Die kanarischen Austern, wie Lapas häufig fälschlicherweise genannt werden, gelten auf den Kanaren als Delikatesse. Man isst sie roh direkt vom Felsen, grillt sie mit Mojo oder backt sie mit Knoblauchbutter. Weil sie so schmackhaft ist, steht ihr Bestand vor dem Aus, denn über Jahrzente konnte jedermann Lapas unkontrolliert von den Felsen kratzen.

hm_lapasDie Fischereibehörde hat aus diesem Grund den Fang verboten und eine Regulierung mit Schonzeiten und Mindestgrößen erlassen. So dürfen nur noch Fischer mit spezieller Genehmigung Lapas in den Monaten Oktober und November sammeln, dies auch nur, wenn sie eine Mindestgröße von 5 Zentimeter haben. Laut Expertenmeinung haben sich die Bestände bereits etwas erholt, die Art ist jedoch noch immer vom Aussterben bedroht.

Lapas sind eine, in der Brandungszone lebende Schneckenart (keine Muscheln oder Austern), die fest am Felsen klebt und nur nachts zum Abweiden von Algen ihren Standort verlässt. Sie ist so widerstandsfähig, dass sie bei niedrigem Wasserstand auch längere Zeit auf dem Trockenen überlebt. Auch im Mittelmeer und der Nordsee sind diese Napfschnecken heimisch. Funde in Höhlen zeigen, das Lapas bereits vor 15.000 Jahren als Nahrung und zur Schmuckherstellung genutzt wurden.

Über Graja (1700 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/