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Gefährliche Meerestiere an den Stränden

Qualle vor der Küste von La Palma

Quallenalarm an unseren Badestränden.

Tazacorte, Puerto Naos, Los Cancajos, die beliebteten Strände an La Palmas Küste sind seit Tagen nicht, oder nur mit äußerster Vorsicht zu genießen. Es wimmelt von gefährlichen Medusen der Gattung “portugiesischen Galeere”.

Sie besitzt eine 30 cm große, mit Kohlenmonoxid gefüllte Blase aus Chitin, und gilt als noch gefährlicher als die Feuerqualle. Ihre Nesselbestückten Tentakel können eine Länge von 80 Meter Länge erreichen und sind auch für den Menschen tödlich. Mit ihrem Gelee Segel kann sie bis 40 Grad am Wind segeln und erreicht eine hohe Geschwindigkeit.

Auch wenn der Name „Portugiesische Galeere“ nach einem einzelnen Individuum klingt, das ist nicht so. Genau genommen ist diese Meduse keine Qualle. Sie besteht aus vielen Polypenkolonien. Diese Stockbildung ist ein typisches Merkmal der Hydrozoen. Was also wie ein Tier aussieht, ist in Wirklichkeit eine riesige Ansammlung einzelner Lebewesen, die individuell spezialisierte Aufgaben übernehmen. So findet man einzelne Fress- und Geschlechtspolypen, oder andere die für Fangfäden und zur Abwehr von Feinden zuständig sind.

 

Was macht Quallen und Medusen so gefährlich?

Sie bestehen zu rund 98 bis 99 Prozent aus Wasser, besitzen zwei getrennte Hautschichten mit einer Geel Schicht dazwischen. Hirn oder Herz fehlen ebenso, wie komplizierte Gefäßsysteme. Die Mundöffnung ist zugleich der After.

Nicht alle Quallen sind gefährlichDie Gestalt erinnert an Schirme oder Glocken, unter denen die Tentakel sitzen. Diese Haut ist von Nesselkapseln bedeckt, die bei Berührung Gift versprühen. Auch ihre langen Tentakeln sind mit Nesselzellen ausgestattet sind. Benutzt werden sie zum Fang von Beutetieren oder zur Verteidigung.

 

Mit der Schnelligkeit einer Gewehrkugel schießen die Fangfäden heraus und injezieren das Nervengift.

Dies passiert immer dann, wenn es zu einer Berührung am Fortsatz der Nesselzellen kommt. Die Nesselzelle platzt mit einem Druck von 150 bar (das 70- bis 80-fache des Luftdrucks im Autoreifen) auf und stülpt einen Nesselfaden nach außen, der das in der Nesselkapsel enthaltene, lähmende Gift abgibt. In jeder Nesselkapsel lauert ein mit winzigen Bohrzähnen versehener Schlauch mit einer fadendünnen Harpune. Der Injektionsvorgang dauert nur wenige Millisekunden.

 

Medusen vor den Kanaren

Bei Menschen verursacht das über die Nesselzellen abgesonderte Sekret meist einen brennenden Schmerz, Hautrötungen oder juckende Ausschläge. Diese sind vergleichbar mit einer Brandwunde und sehr schmerzhaft.

Das Gift einiger weniger Arten löst Atem- und Kreislaufbeschwerden hervor, die bis zum Herzstillstand gehen können. So ist zum Beispiel die Seewespe (eine Würfelqualle) das giftigste Lebewesen der Welt. Allein in Australien wurden seit 1900 mehr als 70 Todesfälle bekannt. Die Berührung ist vergleichbar mit einem Wespenstich, was der Würfelqualle die Bezeichnung Seewespe einbrachte. Im weiteren tragischen Verlauf kommt es in wenigen Sekunden zu Kreislaufproblemen, sowie Atemstillstand und Herzversagen. Bei etwa einem Drittel der Unfälle kommt es in weniger als 3 Minuten zum Tod.

Welche Quallen mi Atlantik sind eine Gefahr?

Spiegeleiqualle 35 cm braun …Gefahr gering
Blumenkohlqualle 1 Meter weiß …Gefahr groß
Feuerqualle 10 cm rosa, violett …Gefahr groß
Kompassqualle 30 cm gelb, weiß …Gefahr groß
Ohrenqualle 15 cm durchsichtig …Gefahr gering
Portugisische Galeere 30 cm violett …Gefahr sehr groß
Seegelqualle 5 cm blau …ungefährlich
Aquera 30 cm durchsichtig …ungefährlich

 

Tipps zur Sicherheit

1. Baden sie nicht bei Quallen Ansammlungen.Auch im seichten Wasser können Tentakelfragmente schwimmen. Sie besitzen die gleiche Wirkung wie die Qualle selbst.

2. Fassen sie keine toten Quallen an. Auch wenn sie bereits ausgetrocknet sind, hält die Nesselwirkung mehr als einen Tag an.

3. Im Bereich der Wellenbrechung sammeln sich die meisten Tentakelfragmente an. Meiden sie die Flachwasserbereiche bei Quallenvorkommen.

4. Leichte Schutzkleidung (T-Shirt) und Sonnencreme können schützen.

 

Was tun bei Quallenkontakt

Durch den Kontakt mit den Nesselzellen der langen Fangarme bilden sich charakteristische Wundmale, ähnlich einer Peitsche. Durch das Gift kommt es zu Hautirritationen, brennenden Schmerzen und unter Umständen auch zu Atemstillstand oder Muskelkrämpfen und Durchblutungsstörungen mit Nierenversagen, Herzsuffizienzen, Arrhythmie oder gar Herzversagen. Handeln sie schnell!

Kinder, ältere Menschen und Allergiker sollten einen Arzt zu Rate ziehen. Dies gilt auch immer dann, wenn Symptome wir Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen und Muskelkrämpfe auftreten.

 

Erste Hilfe bei Kontakt

1. Waschen sie die betroffene Stelle ab. Benutzen sie dazu Meerwasser. Süßwasser ist für die Nesselkapseln ein fremdes Element und löst eine Abwehrreaktion aus. Niemals reiben, kratzen oder rubbeln.

2. Entfernen sie Quallenreste und Fragmente mit einer Pinzette.

3. Reinigen sie die Wunde mit Jodalkohol. Ist dieser nicht vorhanden, benutzen sie eine Mischung aus Essig und einem geringen Anteil Alkohol.

4. Rasieren sie die betroffene Hautpartie um Reste der Nesselkapseln zu entfernen. Nutzen sie dazu Rasierschaum, dieser hemmt die Bewegungstätigkeit der Nesselzellen.

5. Zur Schmerzlinderung können sie die Hautpartie mit Eis kühlen. Beachten sie aber das Eis nicht in direkten Kontakt mit der Verletzung treten darf. Benutzen sie eine Verpackung.

6. Behandeln sie 80 Stunden lang die betroffene Hautstelle, 3 mal täglich mit Jodalkohol.

 

Ändert sich die Wetterlage, verschwinden die Quallen.

Vorsicht bleibt aber weiter geboten. Auch tote Medusen behalten lange Zeit ihre Nesselkraft. Selbst ausgedrocknete Quallen, die über Strände verteilt liegen, sollte man nicht anfassen.

Eine Quallenplage kann kurzfristig an allen Küsten auftreten.
So sind zum Beispiel die Kanaren nicht besonders gefährdet, bei ungünstigen Wind und Strömungsbedingungen können sie jedoch vorübergehend auftreten.

 

Nicht alles im Atlantik ist eine Gefahr für Menschen

 

Fastzinierenee Lebewesen!

Quallen sind Teil des Planktons. Sie gehören zur Gruppe der Cindaria und bevölkern seit mehr als 500 Millionen Jahren alle Meere dieser Welt. Damit sind sie eine echte Erfolgsgeschichte der Evolution.

So erhalten Quallen ihre Art
Medusen pflanzen sich durch einen Generationswechsel fort. Sie produzieren Geschlechtszellen, die zur Zygote verschmelzen. Dadurch entsteht eine Larve, die sich am Meeresboden festsetzt und zu einem Polyp entwickelt. Dieser bildet durch Abschnürung wieder neue Quallen. Einige koloniebildende Quallen, wie die Röhrenqualle, können sich auch geschlechtlich fortpflanzen, indem sie Spermien und Eier bilden. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, lösen sie sich vom Meeresboden und treiben in der Wassersäule.

Wohin sie Treiben können sie auch aktiv bestimmen.
Dazu haben die verschiedenen Quallenarten unterschiedliche Mechanismen entwickelt. Einige besitzen kleine Segel, die sie beim Treiben auf der Oberfläche effizient einsetzen können, andere nutzen das Rückstoßprinzip. Sie ziehen sich ruckartig zusammen und stoßen Wasser nach unten. Damit können sie eine Geschwindigkeit von bis zu 8 Kilometer pro Stunde erreichen. Oft lassen sie sich jedoch auch einfach mit der Strömung treiben.

Medusen sind nicht bedroht
In den letzen Jahren kommt es weltweit zu einer massiven Vermehrung der Quallen. Obwohl die genauen Ursachen für die enorme Vermehrung zur Zeit noch untersucht werden, ist bekannt, dass diese jahreszeitabhängig sind und schon immer ein natürliches Vorkommen waren. Als Ursache für die häufigen Vorkommen werden 2 Gründe an erster Stelle genannt. Die Abnahme natürlicher Fressfeinde wie Schildkröten und Thunfische, so wie vom Festland ausgehende Kontamination (Überdüngung der Meere).

Über Graja (1700 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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