News Ticker

Fragwürdig, Belmaco und die Ureinwohner

belmaco1Lohnt sich ein Besuch der Höhlen von Belmaco?
Eine Frage, die nicht einfach zu beantworten ist. Persönlich würde ich sagen jain. Vorab, eine Besichtigung kostet Eintritt. An sich für eine Sehenswürdigkeit ein normaler Vorgang, schließlich müssen diese gepflegt, in Schuß gehalten und für Besucher hergerichtet werden.

Hier liegt die Betonung allerdings auf Sehenswürdigkeit, und da erwartet der Besucher, dass er etwas sieht, was das Sehen wert ist.

In liebevoll angelegter Atmosphäre findet der Besucher bereits am Eingang, dort wo er für 2,- Euro seine Eintrittskarte erhält, allerlei Literatur, Andenkenschnickschnack und eine kurze Einweisung, damit er sich auf ca. 100 Meter Strecke nicht verläuft.

belmaco4

Dann geht das Abenteuer „Urzeithöhle“ los. Gleich zu Beginn ein kleines Museum bestehend aus 2 Räumen, in denen man Fundstücke wie Tonscherben, Knochen und Steine, einige davon mit Gravierungen und Tongefässe ansehen kann. Allerdings Nachbildungen, die eher an die alte Handwerkskunst der Insulaner erinnern sollen, denn diese kann man auf der Insel käuflich erwerben. Immerhin erfahren wir auf den installierten Schautafeln etwas über Geschichte und Ausgrabungen.

belmaco2

Nach etwa 3 Fußminuten, der Weg führt unter einer Brücke im Baranco „Lomo Oscuro“, ist die erste Höhle erreicht. Begehbar ist sie nicht, wohl aber von einer kleinen Plattform einsehbar. Zu erkennen ist ein Steinblock mit bereits sehr verwitterten Felszeichnungen und ein alter Steinofen. Dieser soll wohl sugerieren, dass hier einmal Menschen lebten, von damaligen Höhlenbewohnern stammt er sicherlich nicht.

belmaco

Hier endet der Ausflug bereits, denn weitere Höhlen sind abgesperrt und nicht für Besucher zugänglich. Auf Nachfrage erklärt die freundliche Dame an der Rezeption:

„12 Höhlen, die von Ureinwohnern als Grabstätten, zu religiösen Zeremonien und Behausung genutzt wurden umfasst das Höhlensystem Belmaco. Einige davon sind archäologisch so wertvoll, dass sie verschlossen wurden, um Zerstörungen von Besuchern und Tieren, wie zum Beispiel Tauben, zu vermeiden. Einige wurden durch Erdrutsche bei großen Regenfällen im November verschüttet, andere sind einsturzgefärdet und deshalb gesperrt“.

So bleibt es also bei dieser einen Höhle, die selbst direkte Nachkommen der „Guanchen“ und „Beneharos“ nicht hinter ihrem Steinofen hervor locken. Wer ein besonderes Interesse an Petroglyphen der Guanchen, an Lebensweise und Geschichte unserer Ureinwohner hat, dem empfehlen wir ein Auge nach Belmaco zu werfen.

Alle anderen Besucher weden enttäuscht und finden auf La Palma mit dem Höhlenkomplex „La Zarza“ in Garafia, der „Cueva San Juan“ in „San Andres y Sauces“, oder einem der zahlreichen Museen bessere Möglichkeiten.

belmaco3

 

Über Graja (1753 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/