News Ticker

Fluch und Segen im Atlantik.

Wo der Bartl den Most … die Marokkaner das Öl holen.
Die Volksabstimmung zur Erdölförderung vor den Kanaren ist erst einmal auf Eis gelegt. Die Zentralregierung in Madrid hat eine Verfassungsklage eingereicht. Repsol-Gegner erklären allerdings, dass der Kampf weiter gehe. Dass wir alle Erdöl benötigen, steht zurzeit noch außer Frage. Ob man jedoch in einer Gegend fördern muss, die auf vulkanisch unsicheren Beinen steht und häufiger von Seebeben heimgesucht wird, ist zumindest fraglich.

Unterdessen wird, nur geringfügig weiter, vonseiten der Marokkaner bereits kräftig gebohrt. Ebenfalls Nahe an den Inseln aber außer Reichweite und Einfluss der kanarischen Bevölkerung. Auch von dort würden, bei einem Unfall, Meeresströmungen die Folgen zu den Kanaren tragen. Das Ganze in einer Größenordnung, die von Repsol geplante Bohrtürme lächerlich klein erscheinen lässt.

inseln

Der globale Transport von Meerwasser, angetrieben durch Wind, Salzgehalt und Temperatur, bestimmt nicht nur unser Wetter. Kontinuierliche Meeresströmungen sind auch ein enormes Förderband für Blankton, Lebewesen, aber auch für Verschmutzungen wie Plastikmüll, radioaktive Stoffe oder Öl.

Alles, was in den Weltmeeren treibt, wird uns irgendwann erreichen, denn vier von fünf Ozeanen sind in einem Kreislauf verbunden. Für unsere Inseln sind dabei 2 Meeresströmungen von großer Bedeutung. Der Golfstrom und der Kanarenstrom.

strom

Der mit 1,8 m/s schnell fließende Golfstrom erhält sein Wasser vom Floridastrom, (weshalb er früher „Canal de Bahama“ genannt wurde) und speist zusammen mit dem Azorenstrom im nordöstlichen Atlantik den Kanarenstrom.

Der warme Kanarenstrom fließt zunächst entlang der der nordwestafrikanischen Küste, vorbei an den Kanaren in Richtung Kapverdische Inseln. Dort biegt er dann in westliche Richtung ab und wird zum kälteren Nordäquatorialstrom, der dann wieder kühle Temperaturen mit samt seiner Verschmutzung in den Golfstrom bringt.

golfstrom

Folgen würden bei einem möglichen Unfall also den gesamten Nord- und Mittelatlantik betreffen. Proteste gegen Repsol laufen deshalb nicht nur auf den Kanaren. Weltweit formieren sich Gegner und Wissenschaftler gegen Bohrtürme in Erbeben gefährdeten Gebieten. Ob Repsol das richtige Ziel ist, bleibt aber angesichts der globalen Förderung fraglich.

 

Über Graja (1754 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/