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Fischer beklagen sich über Konkurrenz.

fischerbooteFangboote aus Madeira ärgern palmerische Fischer.
Die Lage ist dramatisch, etwa drei Viertel der Bestände gelten als überfischt. Im Atlantik war schon 2004 die Lage extrem. 32 von 34 Fischarten galten als überfischt. In der EU hat man daher Fangquoten festgelegt, die auf Grundlage von Berechnungen der Fischereiwissenschaft, eine festgesetzte Menge an Wassertieren, die in einem abgegrenzten Gebiet während eines bestimmten Zeitraumes, gefangen werden dürfen.

Laut UN Konvention gelten allerdings 12 nautische Meilen nicht als internationale Gewässer. Hier liegt die Zuständigkeit beim jeweiligen Staat. Dadurch blüht der Handel mit Fischereirechten. Das eine Überfischung nicht mehr wegzureden ist, merken auch unsere Fischer auf La Palma. Vereint in gegenseitiger Abneigung beklagen sie sich über portugiesische Fischerboote, die vor der Insel illegalen Fischfang betreiben. 5 Boote aus Madeira sollen in den letzten Tagen vor der Insel verstärkt Schuppentiere über die Bordwand ziehen.

Bisher gab es allerdings ein bilaterales Abkommen zwischen Spanien und Portugal, welches portugiesischen Schiffen erlaubte, in kanarischen Gewässern zu wildern. Diese Vereinbarung soll vor einem Jahr abgelaufen sein und im Augenblick ist wohl nicht klar, ob diese verlängert wurde, oder es sich tatsächlich um illegalen Fischfang handelt. Eine Angelegenheit, die nun die Pesca (Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei), klären muss.

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Große Schwärme haben Seltenheitswert. Foto: Julian Rodriguez

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Nicht vergessen sollte man dabei, dass Spanien mit 15 Prozent des gesamten Fangs, die größte Fischerei-Nation Europas ist. Die Fischerei-Armada jagd auf dem gesamten Planeten nach hochpreisigen Fischen wie Thunfisch, Haie oder Seehecht und macht dabei einen Gewinn von 1,87 Milliarden Euro. Hinzu kommen etwa 1,6 Milliarden Euro an EU-Fischereisubventionen. Was davon bei dem kanarischen Fischer ankommt ist nicht einfach zu beurteilen. Fakt ist, dass der Futterneid mit schwindenden Resourcen zunimmt.

Vielleicht sollte man mehr auf kleine, familiäre Fischereibetriebe setzen, die für handwerkliche Arbeit und umweltfreundliche Fangtechniken stehen. Europaweiter Handel mit Fangrechten ist sicherlich kein guter Weg.

 

Über Graja (1753 Artikel)
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