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Eine Frage der Ehre oder bittere Notwendigkeit

demoDemo gegen Erdölförderung.
Am Samstag, den 7 Juni findet auf der Plaza de Espana, in der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma, um 18 Uhr eine Demonstration gegen Probebohrungen und Erdölförderung vor den Kanaren statt. Zeitgleich gehen auch die Menschen auf Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, La Gomera, Teneriffa und El Hierro auf die Straße. Mit einer gemeinsamen, gewaltigen Stimme möchte man sich in Madrid Gehör verschaffen. Selbst auf dem spanischen Festland wird es in einigen Stätten zeitgleich Aktionen geben. Auslöser ist die Genehmigung der Regierung zu Probebohrungen nahe der kanarischen Küste.

Seit Langem streitet man sich in der Bevölkerung über das Thema Erdölförderung vor der eigenen Haustür. Eine dringende Notwendigkeit sagen die Einen. Jeder von uns möchte den Luxus von Erdölprodukten nutzen, und wenn wir nicht fördern, dann macht das halt eine andere Firma nur wenige Kilometer weiter in marokkanischem Gewässer. Das wäre dann ebenso dicht vor den Inseln, aber ohne die spanische Qualitätssicherung. Darüber hinaus wurde die Genehmigung zu Probebohrungen erteilt, sagt das spanische Umweltministerium, das bedeutet nicht, dass bei einem Fund auch eine Genehmigung zur Förderung erteilt wird

Glauben möchte diese Aussage auf den Kanaren niemand.
Es klingt auch ziemlich absurd denn das einzige Ziel einer Probebohrung ist es, Erdöl zu finden und dann auch zu fördern. Was daraus trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Gutachten zur Umweltverträglichkeit entstehen kann, zeigt die Vergangenheit. Als gutes Beispiel kann da die Plattform „Deepwater Horizon“ genannt werden. Damals war man der Meinung, dass die Bohrinsel weit genug auf dem Meer steht und Küstenregionen bei einem unwahrscheinlichen Ölunfall nicht betroffen werden.

Technische und menschliche Fehler führten dann 2010 zum Super-GAU.
Ein Ölteppich breitete sich innerhalb weniger Tage auf eine Fläche von mehr als 9.900 Quadratkilometern aus. (Bohrtürme vor den Kanaren befinden sich nur 60 km vor der Küste) Meeresströmungen brachten Teerklumpen vom Golf von Mexiko bis zur Küste von Texas und selbst in Louisiana mussten Menschen mit Atemproblemen, gereizte Augen sowie Kopf- und Brustschmerzen im Krankenhaus behandelt werden.

Nach diesem katastrophalen Unfall nahm man in der EU die Ölindustrie unter die Lupe, verschärfte Umweltschutzvorschriften und Unternehmen, die eine Bohrgenehmigung beantragen, müssen einen Notfallplan vorlegen in dem sie auch nachweisen müssen, dass sie finanziell in der Lage sind, nach einem Unfall für die Säuberung und die entstehenden Umweltschäden aufzukommen. Schon alleine dieser Punkt beweist was wir alle Wissen, es wird immer ein Restrisiko geben.

Es spielt also keine Rolle wie weit Mensch und Technik vorgeschritten sind, die Kanaren sind gefährdet. Als Urlaubsziel und als Lebensgrundlage von Mensch und Tier. Ein Kampf gegen dieses Vorhaben ist also keine Frage der Ehre einiger Umweltschützer, es ist bittere Notwendigkeit für die kanarische Bevölkerung.

Über Graja (1702 Artikel)
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