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Ein Italiener vereint die spanische Welt

Kolumbus wird gefeiert

Nationalfeiertag am 12. Oktober.

Er ist Nationalheld, Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen und Entdecker einer neuen Welt. Der gebürtige Italiener Christop Kolumbus. Ihm verdankt die spanischsprachige Welt den “Dia de la Hispanidad

1451 in Genua als Sohn eines Wollwebers geboren, fuhr der Jugendliche schon früh zur See und arbeitete für Portugal als Kartograph. Auf der Suche nach einem Geldgeber für seine erträumten Expeditionen, warb er bei den katholischen Majestäten Isabella I. von Kastilien und ihrem Ehemann Alfons II. von Aragon. Im April 1492 kam es dann zu einem Vertrag mit der spanischen Krone inklusive einer außerordentlichen Erfolgsprämie. Sollte sein Vorhaben gelingen, stehe ihm der Titel eines Vizekönigs und ein Zehntel der Beute aus den entdeckten Ländern zu.

Schon am 3. August des selben Jahres stach Christoph mit seinem Flagschiff “Santa Maria”, dessen Nachbau heute als Museum in Santa Cruz de La Palma steht, in See und betrat am 12 Oktober 1492 Amerika. Damit begann die Verbreitung einer spanischen Kultur auf dem neuen Kontinent.

Schiffsmuseum der Santa Maria

Noch heute ist spanisch die Landessprache in fast allen Ländern Mittel- und Südamerikas. Mehr als 400 Millionen Muttersprachler, von denen nur etwa 45 Millionen in Spanien leben, begehen am 12. Oktober ihren Nationalfeiertag, ein Feiertag zur Einheit der spanischsprachigen Welt.

Das Fest der Rassen wird umbenannt.

Der Beginn zur europäischen Eroberung und Kolonisierung Amerikas wurde in Spanien zum erstenmal 1914 als “fiesta de la raza” gefeiert und sollte die Einheit von Spanien und Iberoamerika ehren. Einige Jahre später iniziierte der spanische Priester “Zacarías de Vizcarra” eine Umbenennung des Ehrentages und liess das Wort “raza” durch “hispanidad” ersetzen. Bis 1987 feierte man dann in Spanien diesen “dia de hispanidad”.

Das Gedankengut der Hispanidad war allerdings in Zeiten Francos eine verherrlichenden Lehre über die Größe eines auserwählten Landes und wird in Spanien als “la vocacion imperial” beschrieben. Einer der Gründe, weshalb man den offiziellen Nationalfeiertag heute als “Fiesta nacional de España” bezeichnet.

hispania

In Chile feiert man unter dem Namen “Día del Descubrimiento de Dos Mundos” (Tag der Entdeckung zweier Welten), in Venezuela den “Día de la Resistencia Indígena” (Tag des indigenen Widerstands). Auch in den USA ist dieser Tag, man nennt ihn dort “Columbus Day”, umstritten. Menschenrechtler und indianischen Organisationen möchten diesen Feiertag in “Indigenous Peoples Day” umbenennen.

Feierlichkeiten und Festakte

In allen großen Städten Spaniens werden die Feierlichkeiten von unterschiedlichen Veranstaltungen begleitet. Die Hauptstadt feiert traditionell vor den Augen des Königshauses mit einer großen Militär-Parade auf der “Calle de la Castellana” und Festumzügen in der ganzen Stadt. Den Abschluss findet die Tradition mit einer weißen Ziege in Uniform. Jahrmärkte begleiten das Treiben, zu dem sich auch das Königshaus gesellt.

In besonderer Feierlaune ist auch die Guardia Civil. Sie ehren an diesem Tag ihre Schutzheilige, die Jungfrau del Pilar. Geladen werden Gäste aus Wirtschaft und Politik.
Etwas ruhiger lässt es die Bevölkerung angehen. Man geniesst einen arbeitsfreien Tag, grillt mit der Familie und hängt gegebenenfalls die spanische Flagge als Zeichen der Zugehörigkeit aus dem Fenster.

* Rasender Nationalfeiertag (auch dieses Jahr aktuell)
* Die parlamentarische Erbmonarchie feiert

Über Graja (1694 Artikel)
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