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Die Leuchttürme der Kanaren Insel La Palma

Wegweiser auf See

Je ein Leuchtturm auf jeder Inselseite.
Die Standorte, im Süden bei Fuencaliente, im Osten bei Salemera, im Norden von Barlovento auf der Westseite bei Tazacorte, dem die Siedlung La Bombilla (die Birne) seinen Namen verdankt.

Eine sichere Seefahrt war Jahrhunderte ohne Leuchtfeuer nicht denkbar.
Schon etwa 900 vor Chr. wurden Leuchtfeuer gezündet, um Fischern auf ihren Booten nach Einbruch der Dunkelheit, den Rückweg ans sichere Ufer zu erleichtern. Es dürfte sich dabei um offene Holzfeuer gehandelt haben, die an gut sichtbaren Stellen in Strandnähe gezündet wurden.

Der älteste, noch aktive Leuchtturm der Welt, der „Torre de Hercules“ steht an der spanischen Atlantikküste und ist seit 19 Jahrhunderten in Betrieb. Jedoch geriet die ehemalige Seemacht Spanien um 1820 ins Hintertreffen, weil die seefahrenden Nationen längst mit dem Bau von Seezeichen für den stärker werdenden Schiffsverkehr begonnen hatten.

1842 begannen deshalb die Spanier ein küstenweites Leuchtfeuernetz unter staatlicher Kontrolle zu errichten.

In einem Masterplan von 1847 wurde der Bau von 143 Leuchttürmen beschlossen, die auf der iberischen Halbinsel und den Balearen entstanden. Auch heute, in Zeiten von Funk, GPS und vielen weiteren Navigationshilfen, erfüllen Leuchttürme noch immer wichtige Aufgaben. Zur Zeit stehen in Spanien 191 Leuchttürme. Vorgesehen waren in diesem Plan auch Leuchttürme auf den Kanaren, diese sollten aber erst zu einem späteren Zeitpunkt verwirklicht werden.

Der älteste Leuchtturm auf La Palma

Der erste Leuchtturm auf La Palma, der Faro de Punta Cumplida

Er wurde im Jahr 1867 erbaut und ist auch heute noch aktiv.
Obwohl er in jüngerer Vergangenheit renoviert und mit einer Mauer umgeben wurde, sind noch immer die alten Hühnerställe zu sehen, in denen die Leuchtturmwärter (Fareros) Brieftauben züchteten, um den Kontakt zur Außenwelt zu halten.

Er hat eine Höhe von 33,16 Meter, seine Leuchtkuppel besitzt bei einem Durchmesser von ca. 7 Metern 12 Fenster. Die darin stehende Lampe dreht sich alle 7 Sekunden um die eigene Achse und gibt damit jede siebte Sekunde einen Lichtblitz nach außen, der noch in einer Entfernung von 70 bis 80 Seemeilen zu sehen ist.

Ganz Aktuell ist der Plan dort ein kleines Hotel zu integrieren. Erforderliche Genehmigungen scheinen vor zu liegen und in Kürze sollen Bauarbeiten für max. 8 exklusive Wohnungen beginnen. Wir werden darüber noch berichten.

Leuchtturm auf der Ostseite

Die modernen Leuchttürme auf La Palma stehen an der Playa Salemera mit dem „Faro de Arenas Blancas“ in der Gemeinde Mazo und der Leuchtturm „Faro de Punta Lava“ in dem Bezirk Tazacorte. Der Wächter der Ostküste „Faro de Arenas Blancas“ hat einen zylindrisch weißen Turm, der Faro de Punta Lava hingegen einen weißen achteckigen Leuchtsockel.

Zwei Leuchttürme im Süden von La PALMA

An der Südspitze von La Palma stehen gleich 2.

Der Alte stammt aus dem Jahr 1892, wurde allerdings erst 1903 in Betrieb genommen. Ein zylindrischer Strahler mit einem Durchmesser von 2,50 Meter ergab eine Lichtquelle von einem Meter Durchmesser. Der Strahler stand auf einer Drehscheibe und gab so immer 3 aufeinanderfolgende Lichtblitze ab.

Bei dem Vulkanausbruch des Teneguia 1971 wurde die Struktur des Gebäudes stark beschädigt. 1983 entschied man sich aus diesem Grund zum Bau eines neuen Leuchtturms, der mit einer Höhe von 24,15 Meter den alten um einiges überragt.

So stehen nun 2 Leuchttürme bei den Salzsalinen unterhalb von Fuencaliente. Ein Neuer für die Seefahrt auf den Kanaren, und ein Alter als Ausflugsziel für Besucher.

Der stillgelegte Leuchtturm beherbergt jetzt das Seemuseum der Insel La Palma. Gedacht als Interpretationszentrum für das Meeresreservat von La Palma. Mit Hilfe von szenarischen Darstellungen verschiedener Zusammenhänge, sollen die Probleme des Meeres in das Bewusstsein der Besucher gerufen werden und sie so zu einem respektvollen Umgang mit den Küstengewässern erziehen. Dargestellt werden unter anderem der augenblickliche Zustand des Meeresbodens und der Einfluss menschlicher Aktivitäten auf die Entwicklung. Öffnungszeiten waren einmal im Sommer Mittwoch bis Sonntag, im Winter Dienstag bis Samstag. Mittlerweile ist das Ganze, weil finanzielle Probleme, meist geschlossen.

Historie der Leuchttürme

Der älteste Leuchtturm der Welt wurde 300 vor Chr. im Nildelta von den Ägyptern in Pharos errichtet. Am Ende der 17jährigen Bauzeit erreichte er eine Höhe von 100 Metern. Erst 1600 Jahre später stürzte er nach einem Erdbeben ein.

Die 3 ältesten noch vorhandenen Leuchttürme stammen aus der römischen Antike und stehen in La Coruna (Spanien) Frejus (Frankreich) und Dover (England) Alle 3 wurden mit offenem Feuer aus Holz und Pech auf einer Plattform beleuchtet.

Übrigens: Das höchste Leuchtfeuer zur Zeit steht mit 118 Metern Höhe in Travemünde. 1226 erbaut, wurde er 1534 durch dänische Truppen zerstört und wurde 1539 wieder aufgebaut. Er ist damit der Älteste in Deutschland.

Antike | 500 v. – 500 n.Chr.

Ägypter und Griechen bauen im Mittelmeerraum Leuchtfeuer. Viele Jahrhunderte vor Christi Geburt fand zwischen Morgen- und Abendland reger Seehandel statt. Mit Hilfe eines weithin sichtbaren Lichtes wollte man Booten den Weg in den heimatlichen Hafen zuweisen. Man schreibt den Griechen zu, die ersten Betreiber von Leuchtfeuern gewesen zu sein. Schon 800 v. Chr. berichtete Homer von Feuern, und es gibt einige Hinweise auf deren Existenz in der Nordägäis.

Mittelalter | 500 – 1500

Treibende Kraft bei der Einführung von Leuchtfeuern sind die Kirche und Handelsvereinigungen. Die Mönche sahen in dem Betrieb von Seefeuern und der Warnung der Schifffahrt eine gottgefällige Aufgabe. Dem Einfluss der Kirche ist es zu verdanken, dass sich die Verhältnisse auf den Meeren zu Ende des 11. Jahrhunderts normalisierten. Küstennahe Klöster errichteten Leuchtfeuer um der friedlichen Schifffahrt zu helfen. Und das „Standrecht“ (jus naufragi) wurde gegen Piraterie eingeführt. Die Seefahrt erlebte einen Aufschwung und der Handel blühte.

Neuzeit | 1500 – 1800

Entlang der Handelsrouten entstehen Leuchtfeuer, die immer weiter verbessert werden. Seerechtsbestimmungen werden durch weltliche Mächte geregelt. Daraus entsteht 1514 das „Haus der Dreieinigkeit“ das als „Trinity House“ noch heute die englische Seefahrtbehörde darstellt und Seerechtsbestimmungen wie zum Beispiel das Bergungsrecht definiert. Leuchttürme aus dieser Zeit stehen auf der der Felseninsel Meloria (1158) und dem Cap Peloro (1190) in Italien. Ebenso im irischen Hook Head, wo um 1172 ein massiver Turm gebaut wurde der heute noch als Leuchtturm aktiv ist.

1800 bis heute

Technische Innovationen und das Industriezeitalter sorgen für eine weltweite Verbreitung von Leuchttürmen. Allmählich entstand ein reger Handelsverkehr entlang der Nordsee- und Atlantikküste, der sich durch das Skagerak bis in den Ostseeraum erstreckt. Wirtschaftliche Interessen standen nun im Vordergrund und die Hansestädte wachten genau über die Unterhaltung ihrer Feuer. Damit kam auch der Seehandel mit dem nordeuropäischen Raum allmählich in Gang.

Mit Beginn des 19. Jahrhundert war ein Wendepunkt erreicht. Die Erfindung der Argand-Lampe ersetzte die Leuchtfeuer unter freiem Himmel. Künftige Leuchttürme sollten ein geschlossenes Laternenhaus haben und kontrollierteres Feuer hinter Glas. Der nun deutlich geringere Aufwand und der stark wachsende Schiffsverkehrs des Industriezeitalters sorgten in den Folgejahren für zahlreiche neue Leuchtturmbauten an allen Küsten mit Schiffsverkehr.

Funktion und Technik der Leuchttürme

Die offenen Steinkohlefeuer in eisernen Gitterkörben, waren die sogenannten „Blüsen“ und wurden, als optische Systeme zur Bündelung des Lichtes erfunden waren, durch Lampenfeuer vom geschlossenen Laternenhaus abgelöst. Es war Jean Augustin Fresnel, ein französischer Ingenieur, dem es gelang, die Leuchtkraft durch optische Linsen wesentlich zu erhöhen und das Licht parallel zu bündeln. Einige Leuchttürme zeigen ein weißes Licht, manche ein rotes oder grünes, verschiedene farbige Lichter, abhängig von der eigenen Position des Betrachters zum Turm.

Der klassische Leuchtturm dient der Schifffahrt als Orientierungshilfe auf See nahe einer Küste. Anhand der Kennung eines weithin sichtbaren Turms lässt sich dieser identifizieren und gibt damit Aufschluss über die eigene Position.

Ein Leuchtturm kann mehrere Feuerarten in sich vereinen.
Leuchtfeuer, Seefeuer, Leitfeuer, Richtfeuer, Orientierungsfeuer, Quermarkenfeuer, viele Abgrenzungen sind fließend. Auch wenn seefahrende Nationen sich auf Standards geeinigt haben, so ist jede Nation selbst für die Aufstellung und Kennzeichnung ihrer Feuer verantwortlich.

Je nach geographischer Lage können verschiedene Feuertypen vorhanden sein. Die jeweilige Kennungen des Leuchtfeuers z. B. die sich ändernde Taktfrequenzen oder Farbwechsel des Feuers können sie der örtlichen Seekarte entnehmen.

Über Graja (1702 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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