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Das Recht auf den eigenen Rausch

Wie legal ist Kiffen auf den Kanaren
Gesund oder ungesund, Recht auf Rausch oder abdrängen in die Illegalität? Darüber streitet man in Europa seit Jahrzehnten. Spricht man über Holland, denken viele zuerst an Tulpen, Käse und ja, an Coffeeshops. Diese Verkaufsstellen für weiche Drogen wurden mit der Reform des Opiumgesetzes bereits 1976 nicht legalisiert aber geduldet.

Dies geht so weit, dass in den Niederlanden, ein 2008 verhängtes Rauchverbot in Bars und Restaurants nur für Tabakerzeugnisse, nicht aber für reinen Cannabisgebrauch gilt. So hat sich über die Jahre in grenznahen Gebieten ein regelrechter Drogentourismus entwickelt.

Es muss allerdings nicht immer Holland sein. Auch in Spanien gibt es ähnliche Möglichkeiten. Hier in Form von Vereinen, den so genannten “ Clubs Social de Cosumidores de Cannabis“. Die einfache Grundlage: Handel mit Cannabis ist in Spanien verboten, der Besitz zum Eigenbedarf jedoch nicht.

Die daraus entstandene Idee, man schließt sich zu einem gemeinnützigen Cannabis-Klub zusammen, baut gemeinschaftlich Hanf an und verteilt diesen an Klubmitglieder. Handel und Verkauf an Außenstehende ist ausgeschlossen.

Eine gesetzliche Grundlage gegen diese Vereine gibt es nicht. Dadurch wächst in ganz Spanien die Zahl an gemeinnützigen Cannabis-Klubs. Auch auf den Kanaren sind sie bereits angekommen und zählen mehrere Hundert Mitglieder. Der „Club Social de Cosumidores de Cannabis“ in Los Cristianos auf Teneriffa soll bereits mehr als 400 Mitglieder versorgen, Tendenz steigend.

Gerichte in Katalonien und dem Baskenland haben bereits 2006 die Rechtmäßigkeit der Cannabis-Klubs bestätigt, wenn nur Personen Zugang zu Anbauräumlichkeiten und Konsum haben, die auch Mitglieder des Klubs sind.

haschGrundsätze und Konzept der Cannabis Social Clubs wurden in der Generalversammlung vom 23. Juni in Spanien neu Deffiniert. Sie sollen Rechte von Verbrauchern und Erzeugern von Cannabis schützen, den Anbau von Cannabis für persönliche Bedürfnisse organisieren und nur erwachsene Bürger, die bestimmte Anforderungen in Bezug auf Gesundheit, Sicherheit, Transparenz und Rechenschaftspflicht erfüllen aufnehmen.

Grundlegende Prinzipien sind:

Das Angebot ist organisiert um die Nachfrage der Mitglieder zu erfüllen, nicht umgekehrt. Zugelassen ist nur ökologischer Landbau.

Cannabis Social Clubs sind als Non-Profit-Verbände und im gesetzlichen Vereinsregister eingetragen. Handel nach außen ist ausgeschlossen.

Mitglieder erhalten Informationen über schädlichen Konsum von Cannabis und gesundheitlichen Aspekten.

Cannabis Clubs sind bereit, sich in einem Dialog mit den Behörden zu engagieren und implementieren eine aktive Politik, um die Behörden zu diesem Dialog einzuladen.

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Noch gibt es keine wirkliche Rechtssicherheit, wie wiederkehrende Anzeigen der Polizei belegen. Wenn der Eigenbedarf wie bei Alkohol entkriminalisiert werden soll, wird man auf Dauer nicht um klare Regeln in Form eines Gesetzes kommen. Dies sollte dann europaweit greifen, dann wäre auch das Thema Drogen-Tourismus vom Tisch.

Über Graja (1731 Artikel)
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