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Darf man Jagdhunde ungestraft töten?

jagenJäger gehen auf die Straße
Wir töten unsere Hunde oder setzen sie aus! So der Tenor unserer palmerischen Jagdgemeinschaft. Ja, es geht mal wieder um Hunde. Wenn man bedenkt, dass wir auf den Kanaren leben, ist das Thema Hund nicht verwunderlich.

Unsere Ureinwohner die Guanche,n hatten schon im 15. Jahrhundert Kontakte zu den Römern. Diese gaben den den Kanaren ihren Namen und nannten sie „Islas Canarias„, was so viel wie „Hundeinseln“ bedeutet.

Am weitesten verbreiten sind auf den Hundeinseln die „Podencos“, eine windhundähnliche Jagdhunderasse, deren Herkunft im alten Ägypten vermutet wird, wo man Darstellungen der Rasse aus dem Jahr 3600 v Chr. fand. Heute ist der Name Podenco eine Rasse, die vorwiegend in Spanein gezüchtet wird. Woher sie stammen, ist am Namenszusatz, wie z. B. „Podenco Canario“ oder „Podenco Iberico“, zu erkennen. Sie werden in der Regel in Meuten von einem Rüden und 10 Hündinnen für die Hasenjagd eingesetzt.

Zurück nach La Palma, hier gehen die Jäger für ihre Podencos auf die Straße, denn es soll kleinere Meuten geben. Dazu muß man wissen, dass die Jägerschaft andere Jagdregeln als auf dem spanischen Festland hat. Auf den Kanaren dürfen laut Gesetz drei Jäger zusammen, mit maximal 15 Hunden jagen.

Eine Ausnahmeregelung gab es für La Palma.
Hier wurde bisher mit 15 Jagdhunden pro Jäger auf die Pirsch gegangen. Bei 3 Waidmännern wäre das dann eine Meute von 45 Hunden. Zu viel des Guten denkt man sich nun und hat angekündigt, die Ausnahmeregelung wieder zurückzunehmen. Diese Gleichstellung der kanarischen Jäger schmeckt dem palmerischen Jagdherrn natürlich nicht. Sie gehen an die Öffentlichkeit, demonstrierten gestern mit einem hupenden Autokorso in der Hauptstadt Santa Curz de La Palma und man kann es kaum glauben, mit der Ermordung ihrer Hunde. Dürfe man nicht alle Hunde zur Jagd benutzen, würde man sie Aussetzen oder Erschießen, so die Stimmen der Jäger.

Welcher Wahrheitsgehalt in dieser Drohung steckt, wird sich nicht ermitteln lassen. Es liegt aber der Gedanke nahe, daß man bei Menschen, die sich mit solch einer Aussage Jäger nennen, den Befähigungsnachweis und damit die Erlaubnis zur Jagd noch einmal gründlich prüfen sollte.

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So funktioniert die Hetzjagd mit dem Podenco.
Der eher ruhige und sanftmütige Windhund ist durch sein selbstständiges und ausgeprägtes Jagdverhalten schwierig als Begleithund zu halten. Im Rudel zur waffenlosen Meutejagd auf Kaninchen, ist er jedoch nicht zu übertreffen, da er konfliktfrei und ohne Streiterei um die Beute mit der Meute zusammenarbeitet.

Jeder Hund sucht sich innerhalb der Meute seine Aufgaben nach Belieben aus. Dabei jagen sie nicht nur nach Gehör oder Nase, als Sichtjäger springen sie oft aus dem Stand in die Höhe, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen. Ist ein Beutetier ausgemacht, wird es gejagt bis man es stellen kann. Ist das Versteck eingekreist, springt ein Hund zum Fang der Beute vor. Da sie mit dem sogenannten „weichen Maul“ jagen, bringen sie nicht selten das Beutetier lebend zum Jäger. In einigen europäischen Ländern ist diese Art zu jagen bereits ganz verboten.

Über Graja (1669 Artikel)
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