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Auf La Palma ist alles Banane

Platano

Die Banane, wissenschaftlicher Name „musa paradisiaca“ (franz. Banane engl. Banana span. Platano) ist neben der Mango die älteste Frucht die der Mensch angebaut hat. Schon in alten, buddhistischen Texten aus dem sechsten Jahrhundert vor Christus und in uralten Schriften des Korans wurde die Banane erwähnt.

Ihren Ursprung hat die kanarische Banane in Asien. Im Jahr 650 nach Chr. brachten islamische Krieger die Frucht nach Ägypten und Palästina, von dort kam sie im 15. Jahrhundert durch die Portugiesen zu den Kanaren. So hat die Banane auch auf La Palma eine sehr alte Tradition.

Die Geschichte ist nur zum Teil eine Erfolgsgeschichte

Bananenanbau steckt in der Klemme. Der Grund, Konkurrenz aus Amerika. Dort sind Bananen nicht nur größer, sondern auch preisgünstiger. Hinzu kommt, dass die viel dünnere Schale der kanarischen Zwergbanane zu einer schnelleren Reifung führt, was den Transport erschwert.

Ein weiteres Problem sind EU Normen. Unsere Minibanane wächst einfach kleiner als die in der EU geforderte Mindestgröße. So schafft es ein großer Teil der Ernte nur zum spanischen Festland, wo man die gute Qualität und den besseren Geschmack der Zwergbanane zu schätzen weis.

So sieht es aus, wenn der Platanero nicht mehr weis wohin mit seiner Produktion.

Einzigartiger Geschmack

Die Banane von den Kanaren ist zwar kleiner als südamerikanische Kollegen, jedoch auch süßer und geschmackvoller. In erster Linie wird sie als Obst gegessen, speziell auf den Kanaren ist sie aber sehr beliebt zum Kochen und Braten, als Beilage zu Reis, Fleisch und Fisch. Ihr hoher Nährwert und wertvolle Inhaltsstoffe machen sie zu einem vollwertigen Lebensmittel. Darüber hinaus wird sie gerne in Kuchen, Gebäck und natürlich zu Likör verarbeitet.

Viele Verwendungsmöglichkeiten aber auch gesunde Ernährung.

Bananen enthalten:
Energie 59,2 Kcal
Wasser 73,8 g
Eiweiß 1,1 g
Fett 0,1 g
Cholesterin 0,0 mg
Natrium 1,0 mg
Kalium 393,0 mg
Vit. C 12,0 mg
Vit. B6 0,4 mg
Vit. B2 0,1 mg

Das sind je 100 Gramm Platano
Magnesium 36,0 mg
Calcium 9,0 mg
Phosphor 28,0 mg
Eisen 0,6 mg
Zink 0,2 mg
Vit. A 38,0 µg
Carotin 0,2 mg
Vit. E 0,3 mg
Folsäure 15,0 µg
Vit. B1 0,0 mg

Warum ist die Banane krumm?

Schuld sind die Hormone.
Die Frage aller Fragen lässt sich einfach, wissenschaftlich erklären. So lange die Früchte unter den Deckblättern verborgen und somit beschattet werden, wächst die junge Frucht entsprechend der Schwerkraft nach unten.

Im Laufe des Wachstums, fallen die Deckblätter ab und Licht fällt nun auf die kleinen Bananen. Sie krümmen sie sich nach oben, der Sonne entgegen. Durch das Licht wird ein Hormon im Inneren der Banane aktiviert, welches diese entgegen der Schwerkraft zum Licht wachsen lässt.

Von der Saat zum Verzehr der platano canario

Von der Saat zum Verzehr vergeht viel harte Arbeit, eine Menge Sonnenlicht, noch mehr Wasser, Pflanzenschutzmittel und Dünger. Das Ergebnis: Eine Staude von ca. 50 kg Gewicht und etwa 200 bis 300 Bananen.

Bis die gelbe Frucht in den Supermarkt kommt, sind viele Handgriffe notwendig und das im Sinne des Wortes.

Bananenanbau ist Handarbeit.

Es beginnt mit dem Anlegen einer Plantage. Auf La Palma meist in Terrassen, gestützt von Steinmauern. Dann kommt die Installation der Bewässerungsanlage für den großen Durst der Banane. In windreichen Gebieten ist auch eine Steinmauer oder Folienbespannung zum Schutz der empfindlichen Blätter zu empfehlen. Nun können die kleinen Zöglinge gesetzt werden. Selbstverständlich von Hand, damit die kleinen Pflanzen nicht beschädigt werden.

Jetzt heißt es Warten, jedoch nicht Tätigkeitslos.
Eine tägliche Bewässerung und wöchentliche Düngung ist erforderlich. Nach einigen Monaten beginnt der Kampf gegen die zahlreichen Schädlinge, wie der weißen Fliege oder der Schmierlaus. Unmengen an Chemie wurden lange eingesetzt um den Feinden das Leben schwer zu machen. Seit einigen Jahren geht man davon ab und setzt natürliche Fressfeinde, wie den Australischen Marienkäfer ein. Die Fressfeinde der Bananenpflanze sind seine Leibspeise.

Haben die Pflanzen eine Höhe von etwa 1,80 Meter erreicht, müssen sie Verzurrt werden. Mit Eisenringen und Seilen verbindet man dann die einzelnen Palmen um ihnen Festigkeit für ihre schwere Last zu geben. Später werden auch noch Holzstangen zum Abstützen der Stauden verwendet.

Nach einigen Monaten wächst oben aus der Mitte eine blauviolette Blüte, aus der sich grüne Stifte bilden, die spätere Banane. Die Blätter zwischen den Fruchtgruppen vertrocknen, fallen aber nicht von selbst ab. Jetzt ist wieder Handarbeit gefragt. Sie müssen mühsam mit der Hand abgezupft werden.

Nun kann die Banane wachsen bis zur Ernte.
Um die anfälligen Früchte zu schützen, werden sie eventuell noch mit Plastikfolie umwickelt. Die kleinen Kanaren Bananen schmecken besser als die Großen ihr Anbau ist aber mühsam.

Nach insgesamt etwa 15 Monaten ist es soweit.
Die bis zu 80 kg schweren Stauden können (wieder von Hand) geerntet werden. Mit der Machete abgetrennt, werden sie geschultert, auf ein Fahrzeug verfrachtet und zum Reinigen in einem Wasserbad gefahren. Erst danach können sie sortiert, abgepackt und verkauft werden.

Noch ein Tipp zum Verzehr

Strahlend Gelb, wie man es von der südamerikanischen Banane kennt, hat die palmerische Platano ihren Reifegrad noch nicht wirklich erreicht. Erst mit einigen braunen Flecken an der Schale bekommen sie vollen Genuss.

Versuchen sie doch einmal gegrillte Banane. In der (eingeschlitzten) Schale auf Holzkohle mit etwas Honig gegart, schmeckt die Platano vorzüglich zu frischem Ziegenkäse.

Über Graja (1731 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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