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Achtung Zoll

“EU – Schengen – Sonderzone Kanaren”

Warenverkehr und Beschränkungen.

Wer seinen Urlaub auf La Palma verbringt, reist innerhalb der EU, hat also keine Grenzkontrollen oder Einschränkungen im Warenverkehr.

Falsch!
Sie können auf den Kanaren vieles preiswerter Erwerben, aber Vorsicht, es gibt jede Menge Einschränkungen. Trotz EU, EG oder Schengen Gebiet haben Sie es gleich zweimal mit Zollbehörden zu tun. Denn die Kanaren haben einen Sonderstatus. Zwar gehören die Inseln zum Zollgebiet der EG aber nicht zum Steuergebiet für Verbrauchs- und Mehrwertsteuern. Übliche Freigrenzen des EG – Binnenmarktes gelten hier nicht.

Es gelten auf Grund ihres speziellen steuerrechtlichen Status die Regelungen zu den Freigrenzen für Waren aus Drittländern. Bei Überschreitung werden Einfuhrumsatzsteuer und ggf. Verbrauchsteuern erhoben.

 

Zollfreie Waren zwischen Deutschland und Kanaren

Wenn Sie zwischen den Kanaren und Deutschland pendeln, haben Sie bei Flug- und Seereisen eine Freigrenze von 430,- Euro Warenwert. Reisende unter 15 Jahre nur 175,- Euro.

Die Waren müssen jedoch für den persönlichen Ge- oder Verbrauch bestimmt sein. Reisemitbringsel für Angehörige des eigenen Haushalts sind als Geschenk erlaubt. Entgeltliches Mitbringen verboten.

 

Zollfreigrenzen

Zigaretten, Alkohol, Kaffee von den Kanaren sind besonders beliebt. Bitte beachten Sie die Freigrenzen.

Zigaretten (Mindestalter 17 Jahre)
200 Zigaretten
100 Zigarillos oder
50 Zigarren oder
250 Gramm Rauchtabak

1 Liter Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 % vol oder 2 Liter Spirituosen, Aperitifs aus Wein mit einem Alkoholgehalt von 22 % vol 2 Liter Schaumweine oder Likörweine oder 2 Liter nicht schäumende Weine.

Kaffee (Mindestalter: 15 Jahre)
500 g Kaffee oder 200 g Auszüge, Essenzen oder Konzentrate aus Kaffee oder Zubereitungen auf der Grundlage dieser Waren oder auf der Grundlage von Kaffee.

 

Medikamenten und Betäubungsmittel

Arzneimittel und Medikamente sind für den persönlichen Bedarf in entsprechender Menge erlaubt und können grundsätzlich ohne Probleme über die Grenze aus- und nach Deutschland mitgenommen werden. Selbst dann, wenn sie hier nicht zugelassen sind. Auch bei einem Versand per Post können Behörden die Einfuhr aus arzneimittelrechtlichen Gesichtspunkten nicht verhindern.

Sonderfall Betäubungsmittel

Morphine, Methadon, Methylphenidat oder auch nur Cannabis, viele Medikamente fallen unter das Betäubungsmittelgesetz. Viele Menschen sind jedoch auch bei Reisen im Rahmen ihrer Behandlung darauf angewiesen. Probleme mit Zoll oder Polizei müssen Reisende mit Betäubungsmittel im Gepäck nicht fürchten, wenn es sich um eine angemessenen Menge als (persönlichen) Reisebedarf handelt.

Dazu sollte bei Reisen bis zu 30 Tagen eine ärztliche Bescheinigung der Landesgesundheitsbehörde oder Bundesopiumstelle, mit Angaben zu Einzel- und Tagesdosierungen, so wie die Werkstoffbezeichnung mitgeführt werden. Ein entsprechendes Formular gibt es bei der Bundesopiumstelle und der Internetseite des BfArM. Weiter Informationen gibt es beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte unter www.bfarm.de

 

Bargeld und Devisen

Wenn Sie die Außengrenzen der Europäischen Union überschreiten, müssen Sie seit 15. Juni 2007 so genannte Barmittel ab einem Gesamtwert von 10.000 Euro schriftlich anmelden. Für die Feststellung, ob die Wertgrenzen eingehalten oder überschritten sind, ist der Warenwert einschließlich der ausländischen Umsatzsteuer maßgebend. Auch können Wertgrenzen mehrerer Personen nicht addiert werden.

 

Auch der Artenschutz kennt keine Grenzen

Mehr als 500 Millionen Menschen unternehmen jährlich eine Urlaubsreise ins Ausland. Bei der Rückreise finden Zollbeamte immer wieder Souvenirs im Reisegepäck, die aus geschützten Tieren und Pflanzen hergestellt wurden. Die Konsequenzen für Reisende sind unangenehm, der Schaden für die Natur ist nicht mehr rückgängig zu machen.

Lassen sie Vorsicht walten, wenn sie bei einem Strandspaziergang oder Streifzügen durch die Natur, Muscheln, Schnecken oder Pflanzen aufsammeln. Auch das könnte bei der Einreise Probleme geben. Denken Sie daran, auch auf den Kanaren könnten Tier- und Pflanzenarten geschützt sein. Diese dürfen nicht Aus- und in Deutschland nicht eingeführt werden.

Einige Beispiele:
Der kanarischer Mauergecko TARENTOLA ANGUSTIMENTALIS, die Steinkoralle SCLERACTINIA SPP. die Riesenmuschel TRIDACNIDAE SPP. und die Riesenfechterschnecke STROMBUS GIGAS oder Geckos stehen unter Naturschutz. Kakteen werden nicht nur als lebende Pflanzen sondern auch als Samen angeboten oder gesammelt. Der Artenschutz bezieht sich grundsätzlich auf lebende und tote Pflanzen sowie auf alle Entwicklungsformen. Kakteensamen unterliegen grundsätzlich den artenschutzrechtlichen Bestimmungen.

 

Klärungspflicht für Reisende

Gelegentlich werden bei einer Zollkontrolle Gegenstände festgestellt, bei denen nicht unmittelbar geklärt werden kann, ob sie Verboten unterliegen. So ist z.B. bei manchen Urlaubsmitbringseln nicht sofort festzustellen, ob sie zu den geschützten Tier- oder Pflanzenarten zählen. In solchen Fällen können die Gegenstände sichergestellt und einer qualifizierten Untersuchung unterzogen werden. Sie als Reisender sind bei einer Zollkontrolle verpflichtet aktiv mitzuhelfen.

So müssen sie:
* die Herkunft mitgeführter Waren angeben,
* die entschädigungslose Entnahme von Mustern oder Proben dulden,
* auf Verlangen der Zollbeamten die für die Kontrolle erforderliche Hilfe leisten.

Wenn Sie aus einem Mitgliedstaat der EU einreisen und nicht mehr als die zulässigen Freimengen mit sich führen, benutzen Sie bei der Zollkontrolle den Grünen Ausgang.

Führen Sie mehr als die zulässigen Freimengen mit, benutzen Sie den roten Ausgang und melden die Waren beim Zoll an. Dazu benötigen sie einen Kaufbeleg.

 

Alle Angaben ohne Gewähr.
Im Zweifel sollten Sie sich an den Deutschen Zoll wenden.

 

Über Graja (1731 Artikel)
Details zu den Autoren im Impressum unter: http://la-palma-nachrichten.kanaren-urlaub.org/autoren-impressum/

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